Es ist ein Auftritt, der ihrer unwürdig ist. Soeben hat Aryna Sabalenka das Finale der US Open gegen Elena Rybakina (27) 4:6, 7:5, 2:6 verloren. Noch vor der Siegerehrung in New York geht sie in ihre Box, lehnt sich wütend an die Bande.

Normalerweise warten die Unterlegenen auf ihrer Bank auf die Zeremonie, nicht aber Sabalenka. Die Belarussin hatte am vergangenen Donnerstag schon Platz eins der Weltrangliste verloren – an Rybakina. Der Ausgang des Endspiels war dafür unerheblich.

Aryna Sabalenka hatte nach dem verlorenen Match wenig Lust auf ihre Rede

Nun auch noch die Finalniederlage gegen die neue Nummer eins. Die zweite Niederlage in einem Grand-Slam-Finale gegen die Kasachin in diesem Jahr nach der bei den Australian Open in Melbourne.

Frustriert steht Sabalenka bei ihrem Team, die Fernsehkameras halten alles fest. Plötzlich platzt es aus ihr heraus: „Fuck off“, ruft sie einem Kameramann zu, begleitet von einer abfälligen Handbewegung, die deutlich machen soll: „Hau ab!“ Deutlich zu sehen auf Videos in den sozialen Netzwerken.

Sabalenka zeigt sich als schlechte Verliererin, lässt dann in ihrer Ansprache auch das Publikum gleich wissen: „Eigentlich habe ich keine Lust, eine Rede zu halten.“ Bei allem verständlichen Ärger über das verlorene Match – so ein Verhalten bringt der Belarussin keine Sympathien ein. Das hatte sie schon mal besser gemeistert, und andere Sportler zeigen in ähnlich schwierigen Situationen sportliche Größe. Sie tat das zumindest diesmal beim Finale von New York nicht.

Aryna Sabalenka: „Ich will mich jetzt nur noch betrinken“

Dabei bekam sie das schon witziger hin. Nach ihrem Achtelfinal-Aus im Wimbledon gegen die Japanerin Naomi Osaka sagte die 28-Jährige: „Ich will mich jetzt nur noch betrinken.“ Diesmal dagegen wirkt sie unsouverän und dünnhäutig.

Schon während des Turniers blaffte sie einen Reporter an, weil dieser gefragt hat, was sie zu den vielen Partys sage, die in der Woche vor dem US-Open-Start stattfinden und wo auch viele Spielerinnen sind. Sie fiel ihm ins Wort, dabei hatte er ihr überhaupt nicht unterstellt, dass sie eines der Party-Häschen ist.

Elena Rybakina auf der Pressekonferenz nach ihrem Sieg gegen Aryna Sabalenka

Die Luft in der Tenniswelt wird dünner, auch für Sabalenka. Ihre Dominanz ist erstmal vorbei. Und Rybakina ist nicht die einzige, die ihr das Leben schwermacht. Coco Gauff will sicher auch irgendwann die Nummer eins werden, sie hätte dies wie ihre Landsfrau Jessica Pegula unter bestimmten Umständen bereits bei diesen US Open werden können. Und mit Iva Jovic (18 Jahre) drängt das nächste Talent massiv Richtung absolute Weltspitze.

In Australien im Januar könnte es dann zum nächsten Grand-Slam-Duell zwischen Rybakina und Sabalenka kommen. Davor gibt es schon im Herbst die WTA-Finals, die WM, das Turnier in Indian Wells. Weitere Duelle der beiden besten Spielerinnen der Welt sind also quasi programmiert.

Hoffentlich aber nicht weitere Aussetzer von Sabalenka.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke