Der Geist des Judos basiert auf Respekt, Disziplin, Selbstbeherrschung und Fairness. Der Gegner wird nicht als Feind gesehen, sondern als Trainings- und Wettkampfpartner. Siege sollen durch Technik, Können und Einsatz errungen werden, nicht durch Gewalt außerhalb der Regeln. Auch in emotionalen Situationen soll der Kämpfer seine Gefühle und Aggressionen kontrollieren.

So weit die Theorie. Was sich am Samstag in der Judo-Bundesliga abspielte, hat damit leider nichts zu tun. Ein schwerer Vorfall überschattete den 8:6-Heimsieg des JC Leipzig gegen den TSV Abensberg aus Niederbayern.

Kurz nach dem Ende des vorletzten Kampfes griff der unterlegene Leipziger Kämpfer Akaki Japaridze (24) seinen Gegner Timo Cavelius (29) mit drei Faustschlägen an. Eine rechte Gerade, ein linker Haken und dann noch eine Rechte über dem Opfer stehend, als der Olympia-17. von Paris bereits am Boden lag und blutete. Nur das Eingreifen anderer Kämpfer dürfte weitere Hiebe verhindert haben. Ein Video der ARD zeigt die Szene.

Timo Cavelius startete 2024 für Deutschland bei Olympia in Paris in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm

Der 29-jährige Deutsche verlor nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ zwei Zähne und erlitt einen Kieferbruch. Noch am selben Abend sei er in der Leipziger Universitätsklinik operiert worden. Der Kampf war für den Ausgang der Partie bedeutungslos, die Gastgeber standen bereits als Sieger fest.

Polizei wurde eingeschaltet

Cavelius hatte in der Verlängerung gewonnen und mit zur Faust geballten Hand provozierend in Richtung des Georgiers gejubelt. Dem brannten dann die Sicherungen durch. Der JC Leipzig distanzierte sich von der Tat seines Sportlers. In einer Stellungnahme erklärte der Verein: „Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz. Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung.“

Japaridze wurde nach dem Vorfall disqualifiziert, zudem wurde die Polizei eingeschaltet. Der Georgier reiste anschließend zwar unbehelligt zurück, dennoch drohen ihm rechtlich und sportlich harte Konsequenzen. Eine lange oder sogar lebenslange Sperre sind möglich, auch seinem Klub drohen Sanktionen.

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