Das muss man kurz mal auf sich wirken lassen: anderthalb Stunden für einen Satz. Im Volleyball! Die deutsche Nationalmannschaft der Männer hat damit beim FIPAV Cup in Reggio Calabria gegen Gastgeber Italien für einen Weltrekord gesorgt. Das Team von Bundestrainer Massimo Botti gewann den ersten Durchgang nach 89 Minuten mit 66:64 – so lange dauerte nach Angaben des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) noch kein Satz in einem offiziellen Länderspiel. Insgesamt wehrten beide Teams in dem spektakulären Durchgang 43 Satzbälle ab.

Der bisherige Bestwert war erst im Juni bei der Volleyball Nations League beim Spiel Argentinien gegen Polen (62 Minuten) aufgestellt worden. Am Ende musste sich Deutschland zwar dem Weltmeister mit 2:3 (66:64, 22:25, 25:23, 22:25, 12:15) geschlagen geben. Doch der Stolz überwog im deutschen Team.

„Ich habe noch nie einen Satz wie diesen erlebt“, sagte Bundestrainer Botti: „Es war verrückt – eigentlich haben wir heute ein ganzes Spiel in einem Satz gespielt.“ Und so fühlten sich die Spieler auch.

„Unfassbar“, sagt der deutsche Nationalspieler

„Mental und körperlich war man irgendwann ziemlich fertig. Wir haben deshalb versucht, das über Freude und Lockerheit durchzubringen. Hätten wir ohne Freude gespielt, wäre es einfach nur ein Kampf gewesen. So hat es wenigstens Spaß gemacht, auch wenn wir das Spiel verloren haben“, sagte Zuspieler Johannes Tille.

„Das ist das längste Spiel, das ich je gespielt habe. Ich glaube, wir haben alle noch nie so einen ersten Satz erlebt, den wir sogar gewonnen haben. Das war unfassbar“, sagte Außenangreifer Tobias Brand: „Es war auch unfassbar, mit welchen Kräften wir gespielt haben. Auf der mentalen Ebene und mit Blick darauf, wie wir körperlich dastehen, war das heute ein sehr guter Test.“

Die mehr als 4400 Zuschauer im PalaCalafiore kamen am Mittwochabend voll auf ihre Kosten. Der FIPAV Cup ist ein Vorbereitungsturnier auf die Europameisterschaft vom 9. bis 26. September in Bulgarien, Finnland, Italien und Rumänien.

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