„Pure Respektlosigkeit“ – Nach Fenerbahçes Triumph eskaliert es
Fenerbahçe Istanbul ist erstmals seit 15 Jahren wieder in der Champions League. Der türkische Klub gewann das entscheidende Qualifikationsspiel bei Olympique Lyon mit 2:1 und setzte sich nach dem 1:1 im Hinspiel durch. Zwei vermeintliche Ausgleichstreffer der Franzosen wurden nach Eingriffen des VAR aberkannt.
Nach dem Schlusspfiff geriet die Situation außer Kontrolle. Auf dem Platz kam es zunächst zu Rangeleien zwischen Spielern beider Mannschaften, anschließend verlagerte sich die Auseinandersetzung in den Spielertunnel. Dort mussten Sicherheitskräfte eingreifen und die Beteiligten voneinander trennen. Auch mehrere Lyon-Anhänger versuchten offenbar, in Richtung Kabinentrakt vorzudringen.
Im Mittelpunkt stand dabei auch Fenerbahçes Mattéo Guendouzi. Der ehemalige Hertha-Profi wurde bereits während der Partie von Teilen der Lyon-Fans angegangen. Der Franzose heizte die Stimmung später zusätzlich an, indem er Gesänge seines früheren Klubs Olympique Marseille anstimmte. Die Fans von Lyon und Marseille gelten als verfeindet.
Matteo Guendouzi grätscht zum BallNach der Partie erklärte Guendouzi laut türkischen Medien: „Wenn schon vor Spielbeginn 60.000 Menschen eurer Familie, eurer Mutter, euren Kindern beleidigende Dinge zurufen und weder die Schiedsrichter noch andere Offizielle im Stadion auch nur ein Wort dagegen sagen, ist das pure Respektlosigkeit.“
„Das hat mich tief getroffen“
In der französischen Liga würden in solchen Fällen Gespräche mit den Fans geführt werden und die Spiele im Zweifelsfall abgebrochen werden. Das sei in diesem Europapokalspiel aber nicht der Fall gewesen: „Hier haben sie über mehr als 90 Minuten hinweg, einschließlich der Aufwärmphase, meiner Familie, meiner Frau, meinen Kindern Beleidigungen hinterhergerufen. Das hat mich tief getroffen, es hat mich wirklich erschüttert. Für mich war das pure Respektlosigkeit.“
Sportlich kann Fenerbahçe dagegen feiern. Mit dem Erfolg in Lyon hat sich der Klub einen der letzten Startplätze in der Champions League gesichert. Damit ist das Teilnehmerfeld für die Auslosung der Ligaphase am Donnerstag um 18.00 Uhr komplett. Aus Deutschland sind der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfB Stuttgart dabei.
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