Der Konfrontationsversuch eines Reporters in Richtung Fifa-Präsident Gianni Infantino ist in einem bizarren Dialog geendet. James Matthews, US-Korrespondent von Sky News, fing Infantino vor einem Hotel in der Dominikanischen Republik ab. Die beiden begrüßten sich zunächst freundlich per Handschlag, posierten noch für ein Foto. Auf dem Weg zu einem Auto, in das der Fifa-Präsident steigen wollte, fing Matthews dann an, kritische Fragen zu stellen.

„Haben Sie den Fußball verraten?“, fragte der Reporter. Infantino war für seine publik gewordenen und mittlerweile zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte massiv in die Kritik geraten. Der Fifa-Präsident ging auf die Frage des Reporters nicht ein, antwortete stattdessen: „Sie haben eine schöne Frisur.“ Matthews trägt, genauso wie Infantino, eine Glatze.

Der Sky-News-Mann ließ sich von diesem Witz nicht beeindrucken, hakte weiter nach und fragte zweimal: „Warum treten Sie nicht zurück?“ Unter anderem der norwegische Fußballverband hatte zuletzt einen sofortigen Rücktritt gefordert. Die Uefa war ohnehin auf Konfrontationskurs gegangen, will Infantinos Wiederwahl beim Fifa-Kongress im März 2027 verhindern.

Wieder wich Infantino aus. „Ich danke Ihnen vielmals“, sagte er nur. Matthews wollte noch einmal wissen: „Haben Sie das Vertrauen der Fifa missbraucht?“ Infantino kehrte zu seinem Frisur-Witz zurück, sagte beim Schließen der Autotür noch einmal scherzhaft: „Wir sehen uns beim Friseur.“

Infantino-Trip in die Dominikanische Republik sorgt für Ärger

Infantino reiste am Freitag in die Dominikanische Republik, traf sich dort unter anderem mit dem Minister für Sport und Freizeit, Kelvin Cruz, mit lokalen Politikern sowie mit Jose Deschamps, dem Vorsitzenden des dortigen Fußballverbandes. Er veröffentlichte auf seinem Instagram-Account Fotos und Videos von dem Treffen, bei dem er herzlich begrüßt und umarmt wurde. „Ich freue mich sehr, hier in der Dominikanischen Republik zu sein, um zu besprechen, wie wir unsere fruchtbare Partnerschaft fortsetzen können, um den Fußball weiter zu stärken und durch den Sport und unser schönes Spiel mehr Chancen für junge Menschen im Land und in der Region zu schaffen“, schrieb der Fifa-Boss.

Der Trip sorgte aber auch für Ärger. So wurde er vom Präsidenten der nordamerikanischen Konföderation Concacaf aufgefordert, nicht bei einem U14-Turnier zu erscheinen. Demnach würde seine Anwesenheit den „sportlichen Charakter“ der Veranstaltung „untergraben“. Es war zunächst unklar, ob Infantino der Forderung nachkommt oder das Turnier doch besucht.

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