„Das habe ich mir selber eingebrockt“ – Meyer äußert sich nach der Kritik an ihr
Lea Meyer reagiert auf die heftige Kritik nach ihrem umstrittenen Interview bei der Leichtathletik-EM in Birmingham. Einen Tag nach ihrem Sturz im Finale über 3000 Meter Hindernis räumt die 28-Jährige auf Instagram ein, dass ihre Wortwahl falsch gewesen sei.
„Gesa ist verdient Europameisterin geworden!!!“, schreibt Meyer über Europameisterin Gesa Krause. Die 33-Jährige habe „die beste Taktik gewählt und ihre Stärken ausgespielt“. Auch die weiteren Medaillengewinnerinnen Alice Finot aus Frankreich und die Deutsche Olivia Gürth hätten sich ihre Erfolge verdient.
Damit reagiert Meyer auf die Diskussionen um ihre Aussagen unmittelbar nach dem Rennen. Dort hatte sie Krause dafür kritisiert, lange im Windschatten geblieben zu sein, und selbstbewusst wie frustriert erklärt, sie selbst hätte die Medaille verdient gehabt und sei die Beste.
Diese Aussagen Meyers sorgten für Wirbel
Was genau war geschehen? Meyer, die das Rennen lange diktiert und angeführt hatte, stürzte – hinter Krause liegend – am letzten Wassergraben und gab damit eine sicher geglaubte Medaille aus der Hand. Unmittelbar danach stellte sie sich im ZDF-Interview den Fragen. Ihr TV-Auftritt geriet eher zu einem Monolog.
Lea Meyer (r.) hält während des 3000-Meter Hindernis-Lauf lange die FührungUnter anderem sagte sie: „Ich finde, ich hätte die Medaille verdient.“ Und: „Heute haben die besten Wettkämpferinnen gewonnen.“ Sie selbst gehöre aber an die Spitze Europas, ergänzte sie mit Nachdruck. „Spätestens in LA stehe ich als deutsche Rekordhalterin da.“
Die Taktik von Krause missfiel ihr offensichtlich. Die 34-Jährige hatte sich fast den ganzen Lauf über im Windschatten aufgehalten, zog vor dem letzten Wassergraben dann an Meyer vorbei. „Also das ist einem ja bewusst: Gesa will einfach keinen Meter was machen. Die sitzt es aus und rennt da hinten raus“, sagte Meyer. Auf ihrem Instagram-Account bekam sie später unter ihrem letzten, vor dem Finale geposteten Beitrag, deutliche Kritik für ihr Interview ab.
In ihrem Social-Media-Post betonte Meyer nun, dass sie selbstkritisch sei. „Ich war im entscheidenden Moment nicht gut genug, habe Fehler gemacht und meine Taktik ist nicht aufgegangen – und das ist (wie ich es auch zu jedem Zeitpunkt klargemacht habe) mein alleiniger Fehler“, schrieb sie. Auch schon im TV-Interview hatte sie gesagt, dass sie „sauer“ auf sich sei. „Das habe ich mir selber eingebrockt.“
Meyer zieht Konsequenz
An ihrem sportlichen Anspruch ändert das nichts. Meyer bekräftigt ihr Ziel, bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles deutsche Rekordhalterin zu sein. Gleichzeitig stellt sie klar, dass sie Krause für ihre Leistungen und als Vorbild respektiert. Krause hält mit 9:03,30 Minuten seit 2019 den deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis. Meyers Bestzeit liegt bei 9:09,13 Minuten.
Für die Zukunft zieht Meyer aus dem Vorfall eine Konsequenz: Als sehr emotionaler Mensch wolle sie nach einem solchen Rennen künftig die Interview-Zone meiden. „Mir ist wichtig, dass klar ist, dass mein Interview von Emotionen gelenkt wurde und ich jede einzelne Leistung meiner Konkurrenz respektiere und allen den Erfolg gönne!“
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