Isabell Werth strahlte erleichtert und winkte ins Publikum, als es vollbracht war. Gemeinsam mit Katharina Hemmer, Raphael Netz und Frederic Wandres hat die Dressur-Legende bei den Heim-Weltmeisterschaften in Aachen Gold gewonnen. Für Werth ist dieser Titel mit dem deutschen Team der insgesamt zehnte WM-Erfolg ihrer eindrucksvollen Karriere.

„Das war super“, rief Werth kurz nach dem Ende ihres Rittes, mit dem sie den Vorsprung der vorherigen drei Paare der deutschen Mannschaft sicher nach Hause brachte. Es ist das insgesamt dreizehnte WM-Gold für Deutschland dank der 235,063 Prozentpunkte. Platz zwei ging an Großbritannien (231,445) vor Dänemark (229,426).

„Ich freue mich sehr“, kommentierte Werth später in der ARD. „Wir haben wirklich eine super Mannschaftsleistung hier gehabt.“ Über ihre Stute sagte sie: „Wendy war gut drauf, aber schon auch orientiert in der Umgebung. Und deshalb bin ich super happy, dass wir das mit kontrolliertem Risiko so gut nach Hause gebracht haben.“

Bundestrainerin Monica Theodorecu sagte: „Ich habe mich einfach über jeden Ritt gefreut.“ Sie lobte die drei Paare vor Werth, „und jetzt obendrauf am Ende Isabel auch mit knapp 80 Prozent – es ist wirklich eine super Teamleistung. Ganz große Klasse!“

Theodorescu schwärmt von Hemmers Leistung

„Sie kann ja jetzt entspannt reiten“, hatte die Bundestrainerin zum deutlichen Vorsprung bemerkt, mit dem Werth nach Hemmers formidablem Auftritt mit Denoix ins Viereck einritt. „Das werde ich ihr mitgeben.“ Am Tag zuvor hatten Raphael Netz mit Camelot und Frederic Wandres mit Bluetooth die Grundlage für die Medaille gelegt. „Die Jungs hatten super vorgelegt und damit viel Druck rausgenommen“, sagte Hemmer.

Sie selbst zeigte sich bei ihrer ersten WM in dem riesigen Stadion vor rund 18.000 Zuschauern unbeeindruckt. „Ich habe mit Druck sowieso nicht so viel am Hut“, sagte die 32 Jahre alte Reiterin – und fügte grinsend an: „Zum Glück!“ Theodorecu schwärmte nach Hemmers Ritt: „Das war unglaublich toll, dass sie das auf dem Championat auch wirklich raushaut. Da war eine Linie nach der anderen immer besser, immer besser und so souverän.“

„Dass sie reiten kann, ist ja keine Frage, aber es war unglaublich“, lobte Theodorescu die coole Reiterin, die im Vorjahr mit dem deutschen Team ihr EM-Debüt gegeben und Gold gewonnen hatte. „Sie hat so eine Gabe, dass sie im Viereck spürt, da geht noch mehr. Sie steigert sich durch die Prüfung.“

Starker Auftritt: Katharina Hemmer auf ihrem Pferd Denoix

Bei Wandres, dem zweiten deutschen Reiter des ersten Tages, war der Druck noch deutlich höher als bei Werth gewesen. „Beim Bahnpunkt G liegt ein riesengroßer Stein, das ist mein Stein, der ist mir vom Herzen gefallen“, sagte Wandreas, der mit dem deutschen Team schon Gold bei Olympia und bei der EM vor einem Jahr gewonnen hatte.

„Ich war gut fertig mit den Nerven, als ich da ankam, weil so viel Druck auf den Schultern liegt“, ergänzte er. „Wir kennen das zwar alles schon von Paris und Crozet, aber es ist immer wieder ein neues Rennen, und wir müssen uns beweisen.“

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