Am Sonntag zerstören Dynamo-Fans einen Zug, am Montag hebt der DFB eine Sperre auf
Dynamo Dresden kann zum Heimspielauftakt in der zweiten Bundesliga auf ein volles Haus hoffen. Der Verein war mit einer Klage beim Ständigen Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen ein Urteil des DFB-Bundesgerichts erfolgreich. Somit kann der Zweitligist im Spiel gegen Darmstadt 98 am Sonntag (13.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei WELT) die Blöcke K1 bis K5 öffnen, wie Dynamo mitteilte.
Nach schweren Vorfällen im Heimspiel gegen Hertha BSC am 4. April hatte das DFB-Sportgericht beide Vereine mit hohen Geldstrafen belegt und Dresden noch mit einem Teilausschluss der Zuschauer in zwei Heimspielen belegt. Die zweite Partie wurde dabei zur Bewährung bis Sommer 2027 ausgesetzt.
Das Urteil überrascht auch deswegen, weil es nur einen Tag nach erneuten Ausschreitungen von Dynamo-Fans gefällt wurde. Am vergangenen Sonntag hatten Dresdner Anhänger auf ihrer Anreise zum Spiel beim 1. FC Nürnberg (0:3) randaliert. Die Bundespolizeiinspektion Selb ermittelt nun.
Wie die Behörde mitteilte, sind rund 150 Fans von Dynamo Dresden mit drei Zügen über Hof in Richtung Nürnberg gefahren. Beim Umstieg von rund 60 Anhängern am Bahnhof Pegnitz in den Schienenersatzverkehr wurden den Angaben zufolge mehrere Sachbeschädigungen festgestellt. So rissen Dresdner Fans Klapptische heraus, klebten Kameras ab und schmierten im Zug herum. Am Bahnhof Pegnitz brannten Anhänger außerdem mehrere pyrotechnische Gegenstände ab.
Mindestens 17 Personen verletzt
Trotzdem darf Dynamo am Sonntag alle Fanblöcke öffnen. Dresden sah den Teilausschluss der rund 9500 Zuschauer als Kollektivstrafe an und hatte dagegen Einspruch erhoben. Sowohl das Sportgericht als auch das Bundesgericht wiesen die Einsprüche ab, sodass das Ständige Schiedsgericht entscheiden musste und das Verfahren aussetzte, das laut Dynamo nun „voraussichtlich im Herbst durchgeführt“ werde.
Beim Spiel gegen die Berliner in der vergangenen Saison wurden im Dresdner Zuschauerblock insgesamt 27 pyrotechnische Gegenstände gezündet. Nachdem es zuvor zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine sowie Mitarbeitern des Sicherheits- und Ordnungsdienstes gekommen war, überstiegen mindestens 77 Dresdner Anhänger aus dem Bereich des K-Blocks die Begrenzung zum Innenraum und rannten über das Spielfeld in Richtung des Gästeblocks.
Dabei wurden gezielt bengalische Feuer und Feuerwerksraketen auf Berliner Anhänger sowie in Richtung des Gästeblocks abgefeuert. Das Spiel musste für 19 Minuten unterbrochen werden. Insgesamt wurden mindestens 17 Personen verletzt.
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