Joshua Kushner, der eine führende Rolle beim geplanten Deal um den Verkauf der Rechte an den Fußballturnieren der Fifa (in erster Linie Männer- und Frauen-WM, Klub-WM) spielen könnte, ist vor allem als milliardenschwerer Investor und Ehemann von Supermodel Karlie Kloss bekannt. Zugleich gehört der 41-Jährige zur erweiterten Familie von Donald Trump: Er ist der Bruder von Jared Kushner, der mit Präsidententochter Ivanka Trump verheiratet ist. Politisch trat Joshua Kushner im Gegensatz zu seinem Bruder bisher aber kaum in Erscheinung.

Seine Investmentfirma Thrive Capital gründete Kushner 2009 während eines Studiums an der Harvard Business School. Thrive beteiligt sich mit Geld von Investoren an potenziell aussichtsreichen Unternehmen, die frische Mittel für Wachstum benötigen.

Unter den Firmen, in die Kushners Fonds investierte, waren die Foto- und Videoplattform Instagram, das Filmstudio A24, der heutige Musikstreaming-Marktführer Spotify und später der ChatGPT-Entwickler OpenAI. Unter anderem dank dieser Investitionen baute Kushner ein Vermögen auf, das das Magazin „Forbes“ aktuell auf 5,2 Milliarden Dollar (4,54 Milliarden Euro) schätzt.

Kushner und seine Frau Karlie Kloss bei der Vanity Fair Oscar Party diesen März in Los Angeles

Der Fonds Thrive Eternal, über den bei einem neu zu gründenden Tochterunternehmen der Fifa investiert werden soll, wurde erst im April vorgestellt. Er ist der Ankündigung zufolge für langfristige Investments in traditionsreiche Institutionen gedacht. Damit unterscheidet sich der Eternal-Fonds vom restlichen Thrive-Portfolio, das auf die Tech-Industrie ausgerichtet ist.

Die erste Investition von Thrive Eternal war der Einstieg beim Baseball-Team San Francisco Giants. 2025 wurde zudem durch Medienberichte bekannt, dass Kushner einen Anteil von weniger als fünf Prozent am NBA-Basketballteam Miami Heat erwarb. In Miami haben Kushner und Kloss auch ihren Hauptwohnsitz.

Fifa-Präsident Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte der Weltmeisterschaften an Investoren verkaufen. „Jeder der Verbände kriegt 20 Millionen, also man schmiert die Leute“, so WELT-Wirtschaftsredakteur Holger Zschäpitz.

Unterdessen will Fifa-Boss Infantino ungeachtet harscher Kritik an den Investorenplänen keine sinnvollen Alternativen zum von ihm vorangetriebenen Milliardenprojekt erkennen. In einer vom Fußball-Weltverband verbreiteten Videobotschaft rechtfertigte er den geplanten Einstieg externer Geldgeber als „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Kritiker werfen dem umstrittenen Funktionär indes vor, vor allem seinen persönlichen Profit und den von Geschäftspartnern im Auge zu haben, indem er die Kommerzialisierung der weltweit populärsten Sportart immer weiter auf die Spitze treibe.

„Sind auf dem besten Wege, Akzeptanz zunichte zu machen“

Deswegen werden die Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union laut Medienberichten noch an diesem Donnerstag auf einem Dringlichkeitstreffen über die Investoren-Pläne der Fifa beraten. Dies melden unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ und der britische Sender BBC. Die Sitzung soll nach dpa-Informationen am Nachmittag stattfinden. Der „Bild“ zufolge soll es bereits am Mittwoch im kleineren Kreis eine Videoschalte der Uefa gegeben haben, an der auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf teilgenommen haben soll.

Der vom Slowenen Aleksander Ceferin geführte europäische Dachverband hat den am Dienstag bekannt gewordenen geplanten Investorendeal mehrfach scharf verurteilt. Auch Neuendorf hatte gewarnt, der Fußball dürfe nicht zum Spielball von Investoren gemacht werden. „Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes dem ZDF.

Die Fifa hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag für die Zustimmung der 211 Verbände soll demnach der 19. September sein.

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