„Es gibt keine Ausreden mehr“ – Matthäus knöpft sich Musiala vor
Jamal Musiala zählte bei der WM selbst in der deutschen Nationalmannschaft zu den unscheinbaren Akteuren. Einmal mehr wurde der Eindruck bestätigt: Der Offensivspieler des FC Bayern konnte auch dort nicht Fuß fassen.
Nach seinem Wadenbeinbruch im vergangenen Sommer verpasste Musiala die komplette Hinrunde. Seit seinem Comeback im Januar zeigte der 23-Jährige sein Ausnahmetalent nur vereinzelt, bei der Weltmeisterschaft im Einklang mit dem Rest des deutschen Teams so gut wie gar nicht.
Vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada waren Stimmen laut geworden, die Musialas Teilnahme nicht für besonders klug hielten, etwa von Bayern Münchens Ex-Klubboss Oliver Kahn („Er sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten. Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein.“).
Lothar Matthäus zählte indes lange zu denjenigen, die den Glauben an Musialas wiederkehrende Offensivkünste und gewinnbringende Dribblings nicht aufgeben wollten. Doch auch die Geduld des deutschen Rekordnationalspielers ist nun mal endlich. In seiner Sky-Kolumne wird er deutlich, als er die Frage aufwirft, wie es nun mit Musiala weitergehe.
Wilde Spekulationen über Musialas Wechsel zu Galatasaray
„Irgendwann“, schrieb Matthäus, „ist es vorbei mit der schweren Verletzung, die er sich vor über einem Jahr zugezogen hat. Diese muss er nun endgültig aus dem Kopf bekommen. Das ist jetzt ganz wichtig, sonst wird er wahrscheinlich aufgrund der großen Konkurrenz sehr viele Spiele von der Bank machen“. Serge Gnabry habe im Wechselspiel mit Harry Kane gezeigt, „dass beide hervorragend harmonieren. Auch bei Olise und Karl wissen wir, dass sie auf der Zehn spielen können“. Für Musiala, schlussfolgerte Matthäus, gebe es deswegen „jetzt keine Ausreden mehr“.
Wohin solch eine sportliche Schwächephase wie von Musiala führen kann, illustrierte zuletzt eine Meldung aus der Türkei. Gerüchte um dessen Wechsel in den vergangenen Tagen wurden immer wilder. Vor rund einer Woche hatte die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ berichtet, dass Musiala dem türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul für ein Leihgeschäft angeboten worden sein soll. Zahlreiche Medien sprangen auf den Gerüchtezug auf – doch die Meldung entpuppte sich als totale Ente. Nun veröffentlichte Galatasaray sogar eine offizielle Erklärung.
Über mehrere türkische Medien ließ der Klub verbreiten: „Die Meldung, dass unser Verein eine Einigung mit Jamal Musiala und dem FC Bayern München erzielt habe, entspricht nicht der Wahrheit. Dies zur Kenntnis der Öffentlichkeit.“ Zwischenzeitlich war von fortgeschrittenen Gesprächen zwischen Musiala und Galatasaray die Rede. Doch Musialas Vertrag beim FC Bayern läuft noch bis 2030. Weder Klub noch Spieler planen in diesem Sommer die Trennung.
Kurz nach der enttäuschenden WM mit dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay unterzog sich Musiala einer Operation. Dabei wurde eine Metallplatte im linken Fuß entfernt. In die Sommer-Vorbereitung der Münchener steigt Musiala erst auf der Asien-Tour durch Südkorea und Hongkong (1. bis 8. August) ein. Am 22. August startet für den Meister die Saison mit dem Supercup gegen Borussia Dortmund. Am 28. August steht dann die Eröffnung der Bundesligasaison gegen den VfB Stuttgart an (20.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT).
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