Das Warten und die Verhandlungen haben ein Ende. Jürgen Klopp wird neuer Bundestrainer und übernimmt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Am Donnerstag lud der Deutsche Fußball-Bund kurzfristig zu einer Pressekonferenz am Freitag um 11 Uhr ein.

Worum es inhaltlich geht, schreibt der DFB nicht. Dies liegt aber nur daran, dass der Aufsichtsrat und die Gesellschafter der DFB GmbH und Co. KG am Freitagmorgen in einer digitalen Schalte zusammenkommen und die Entscheidung absegnen müssen. Gefallen ist sie aber; die Zustimmung der Funktionäre gilt als Formalie. Kritische Nachfragen soll es auch bei einem ersten Meeting in der Vorwoche nur vereinzelt gegeben haben.

Auf der Pressekonferenz in der Verbandszentrale in Frankfurt/M. werden neben Klopp auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Vize-Präsident Hans-Joachim Watzke und DFB-Pressesprecherin Franziska Wülle auf dem Podium sitzen. Offen ist noch, ob der DFB auch gleich einen neuen Geschäftsführer benennt. Ex-Weltmeister Per Mertesacker gilt für den Posten als Favorit.

Deutschland hatte sich bei der Fußball-WM abermals blamiert und war gegen Paraguay bereits im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Klopp war nach dem Rücktritt Julian Nagelsmanns die Wunschlösung des DFB für den Posten.

Zu Klopps DFB-Team wird sein jahrelanger Wegbegleiter Peter Krawietz als Co-Trainer gehören. Dazu kommen Pepijn Lijnders, mit dem Klopp in Liverpool zusammenarbeitete, sowie der ehemalige Dortmunder Profi Sven Bender, der seinen Vertrag als Trainer beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching Anfang Juli nach zwei Jahren aufgelöst hat.

DFB zahlt Spende statt Ablösesumme

Der 59 Jahre alte Klopp unterschreibt einen Vertrag, der bis einschließlich der Weltmeisterschaft 2030 gültig ist. Möglich macht den neuen Job auch die Freigabe von Klopps bisherigem Arbeitgeber Red Bull. Beim Getränkekonzern hatte er noch einen Vertrag als globaler Fußball-Chef bis 2029, eine Ausstiegsklausel gab es in dem Arbeitspapier nicht.

Eine Ablösesumme fließt dennoch nicht. Als Kompensation gibt es eine DFB-Spende an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“, die sich für die Rückenmark-Forschung einsetzt. Der Betrag beläuft sich laut „Bild“ auf eine Million Euro.

Klopp hat nun noch neun Wochen Zeit, sich auf seine ersten Länderspiele mit der Nationalmannschaft vorzubereiten. Am 24. September (20.45 Uhr/RTL) steht in Amsterdam die Premiere für ihn in der Nations League gleich mit dem Prestigeduell gegen die Niederlande an.

Es ist gut möglich, dass er dann direkt auf seinen Nachfolger beim FC Liverpool trifft. Arne Slot gilt als Favorit auf den vakanten Posten. Auch die Niederlande waren bei der WM in der ersten K.-o.-Runde gescheitert. Nach dem Aus gegen Marokko war Bondscoach Ronald Koeman umgehend zurückgetreten.

Für die DFB-Elf folgen dann binnen zehn Tagen die nächsten Partien gegen Griechenland (27. September), gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober).

Die 13 Fußball-Bundestrainer

  1. Otto Nerz* 1926 - 1936
  2. Sepp Herberger** 1936 - 1964
  3. Helmut Schön 1964 - 1978
  4. Jupp Derwall 1978 - 1984
  5. Franz Beckenbauer*** 1984 - 1990
  6. Berti Vogts 1990 - 1998
  7. Erich Ribbeck 1998 - 2000
  8. Rudi Völler*** 2000 - 2004
  9. Jürgen Klinsmann 2004 - 2006
  10. Joachim Löw 2006 - 2021
  11. Hans-Dieter Flick 2021 - 2023
  12. Julian Nagelsmann 2023 - 2026
  13. Jürgen Klopp 2026 - ???

* Reichstrainer, ** bis 1945 Reichstrainer, *** DFB-Teamchef

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