Er hatte sich etwas rar und einen kleinen Abstecher nach Deutschland gemacht. Jürgen Klopp nahm ein paar Tage Auszeit von der WM, bei der er seit Beginn für MagentaTV als Experte im Einsatz ist. Doch auch in der Ferne ließ den designierten Bundestrainer das Fußballturnier nicht los.

Von der Couch aus nahm der 59-Jährige ein kurzes Video auf, in dem er sich gegen Falschmeldungen im Internet über vermeintliche Aussagen von ihm über das englische WM-Scheitern im Halbfinale gegen Argentinien und Trainer Thomas Tuchel wehrte. „Verrückte Welt, verrückte Welt, aber glaubt nicht alles, was ihr lest“, sagte Klopp darin unter anderem: „Dieses Mal ist es definitiv falsch.“

Richtig hingegen ist, dass der langjährige Coach des BVB und des FC Liverpool kurz vor einem Engagement als deutscher Nationaltrainer steht. Er soll einen Vertrag bis zur WM 2030 unterschreiben. Nach Informationen von WELT gibt es keine Hürden mehr. „Sky“ hatte zuerst berichtet.

Die Weichen für Klopps Amtsantritt als 13. Bundestrainer in der Geschichte des deutschen Fußballs wurden in den vergangenen Tagen gestellt.

Am vergangenen Mittwoch gab es um 17 Uhr eine digitale Sitzung der wichtigen Gremien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Präsident Bernd Neuendorf und Generalsekretär Holger Blask informierten die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung über den Stand der Dinge bezüglich der Verhandlungen mit Klopp. Auch Liga-Chef Hans-Joachim Watzke war dabei. Letzterer und Neuendorf hatten sich am vergangenen Freitag vor einer Woche in New York mit Klopp und dessen Berater Marc Kosicke in New York getroffen. Die Unterredung in einem Hotel nahe dem Flughafen JFK dauerte etwas mehr als vier Stunden.

Beim DFB sind sich alle darüber einig, dass Klopp der ideale Coach für den vakanten Bundestrainer-Posten ist. Klopp ist aktuell noch als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull unter Vertrag. Was diese Zusammenarbeit betrifft, sei eine Einigung erzielt worden, heißt es – und zwar in einem persönlichen Gespräch zwischen Klopp und Oliver Mintzlaff, dem Geschäftsführer von Red Bull. Beide trafen sich an diesem Wochenende nach Klopps Rückkehr in die USA in New York. Klopp wird am Sonntagabend als Experte das WM-Finale verfolgen.

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Auch das Thema Werbepartner ist offenbar vom Tisch. Diesbezüglich wurden im Hintergrund ebenfalls Gespräche geführt. Mit den wichtigsten Partnern des DFB (Volkswagen, Zalando und ab Januar Nike) kommt sich Klopp nicht in die Quere. Er besitzt aktuell zwar noch einen Vertrag mit Adidas, doch dieser endet zum Jahreswechsel. Für eine Automobilmarke und einen Online-Mode-Versandhändler wirbt der 59-Jährige nicht.

Klopp soll, so der Plan, Ende der Woche auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main präsentiert werden. Als Co-Trainer werden Peter Krawietz und Pepijn Lijnders Klopp zum DFB folgen. Zudem ist noch ein dritter Assistent im Gespräch.

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