Beim Stand von 0:4 tauscht Mbappé sein Trikot und plaudert angeregt mit Tuchel
Thomas Tuchel nahm nach dem bitteren Aus im Halbfinale gegen Argentinien kein Blatt vor den Mund. Englands Nationaltrainer wäre mit seiner Mannschaft nach der Niederlage am liebsten aus den USA und von der Weltmeisterschaft abgereist. Doch das ging nicht, schließlich stand für die englische Nationalmannschaft das Spiel um Platz drei gegen Frankreich (hier geht es zum Liveticker) auf dem Programm.
„Niemand von uns oder den Franzosen will dieses Match spielen. Wir wollten ins Finale“, sagte Tuchel. Doch seine Spieler belehrten den deutschen Trainer zumindest in der ersten Halbzeit eines Besseren. England fegte in der ersten Halbzeit über Frankreich hinweg und demütigte das Team in den ersten 45 Minuten.
Ezri Konsa, Declan Rice und Bukayo Saka mit einem Doppelpack schossen für die Engländer eine 4:0-Pausenführung heraus. Frankreich machte es dem Gegner auch extrem leicht und lud die englischen Spieler zum Toreschießen ein.
Bei Ballverlusten blieben die französischen Offensivspieler stehen. Sie setzten nicht nach und machten England das Kontern einfach. Allen voran Kylian Mbappé, der in der ersten Halbzeit lustlos agierte. Der Superstar ging das Spiel um Platz drei wie ein Testspiel an.
Mbappé trifft nach der Pause doppelt
Trotz der Demütigung in der ersten Halbzeit präsentierte sich der Kapitän der französischen Nationalmannschaft in der Pause bestens gelaunt. In den Katakomben tauschte er sein Trikot mit dem englischen Kapitän Rice und plauderte angeregt mit Tuchel.
Frankreichs Nationaltrainer war von der Leistung weniger amüsiert. Didier Deschamps schäumte im Pausen-Interview: „Es war katastrophal. In jedem Angriff haben wir ein Tor kassiert. Wir dürfen uns so etwas nicht erlauben gegen einen Gegner, der ein richtiges Spiel spielt. Wir spielen ein Freundschaftsspiel.“
Seine Worte schienen bei den Spielern Gehör gefunden zu haben. Besonders bei Mbappé – der Stürmer leitete kurz nach Wiederanpfiff mit seinem Tor zum 1:4 Frankreichs Aufholjagd ein, wenig später verkürzte Bradley Barcola, ehe Mbappé zum 3:4 traf.
Mit seinen beiden Treffern hat er in der ewigen WM-Bestenliste den bisherigen Rekordtorschützen Lionel Messi überholt. Mbappé steht nun bei 22 Treffern, Messi bei 21 – der Argentinier hat aber im Finale am Sonntag die Chance, zurückzuschlagen.
Gereicht haben Mbappés Treffer nicht: England siegte am Ende mit 6:4.
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