„Niemand von uns oder den Franzosen will dieses Match spielen“, sagt Englands Trainer Tuchel
Der große Louis van Gaal echauffierte sich bereits vor mehr als einem Jahrzehnt über dieses Spiel. „Das sollte niemals gespielt werden“, sagte der Niederländer. „Das Schlimmste ist, dass man dadurch eine WM mit zwei Niederlagen nacheinander beenden könnte.“ Van Gaal hatte valide Argumente – und trotzdem wird das Spiel um Platz drei bei Fußball-Weltmeisterschaften weiterhin ausgetragen.
Die Begeisterung hält sich auch bei Frankreich und England in Grenzen, die sich am Samstag (23.00 Uhr im Liveticker bei WELT und bei MagentaTV) in Miami gegenüberstehen. „Niemand von uns oder den Franzosen will dieses Match spielen. Wir wollten ins Finale“, sagte Englands Trainer Thomas Tuchel.
Nach dem Halbfinal-Aus und der harten Kritik aus England steht Tuchel unter Druck. Nach der Niederlage gegen Argentinien berichteten englische Medien, der Trainer habe das Vertrauen des Verbandes. Das gilt zunächst, doch die Leistung gegen Frankreich dürfte in die Analyse einbezogen werden. Letztlich wäre es so, dass England die eigentlich erfolgreiche WM mit zwei Niederlagen beenden würde.
Nach der Niederlage gegen Argentinien im WM-Halbfinale wird die Kritik an Trainer Thomas Tuchel immer lauter. Auch die Experten in England sehen taktische Fehler nach der englischen Führung. „Aber die Spieler hinten hätten auch besser verteidigen können“, sagt Thomas Helmer.„Es ist eine große Leistung, das Halbfinale erreicht zu haben. Aber das will momentan niemand hören, ich übrigens auch nicht“, sagte Tuchel und versprach: „Wir werden uns professionell auf das Spiel vorbereiten.“
Auch im Spiel um Platz drei geht es um viel Geld
Alleine wegen des finanziellen Aspekts der Partie. Der Dritte erhält ein um etwa 1,75 Millionen Euro höheres Preisgeld als der Vierte. Das ist auch für wohlhabende Verbände wie die von Frankreich und England nicht wenig Geld.
Zudem können Spieler beider Mannschaften etwas für die Team-Chemie tun, dürfen dabei aber den sportlichen Aspekt aus genannten Gründen nicht aus den Augen verlieren. Spieler mit geringen Einsatzzeiten sollten eine Chance bekommen, eine komplette B-Elf werden wohl weder Deschamps noch Tuchel aufstellen.
Die französische Nationalmannschaft verpasst den Einzug ins WM-Finale. Nach der Pleite gegen Spanien zeigt sich Trainer Didier Deschamps selbstkritisch, stellt aber auch die Leistung des Schiedsrichters zur Diskussion.Für die französischen Spieler gibt es einen weiteren Anreiz, denn es wird das letzte Spiel für Didier Deschamps als Nationaltrainer Frankreichs. Seit 2012 lenkt er Les Bleus, führte die Mannschaft zum WM-Titel 2018, zur Vize-Weltmeisterschaft 2022 und war EM-Zweiter 2016.
„Ich bin sehr glücklich und stolz auf alles, was wir mit der Mannschaft erreicht haben“, sagte Deschamps. Die Spieler dürfte es motivieren, Deschamps mit einem Sieg aus dem Turnier zu verabschieden. „Er ist für einige Spieler wie ein zweiter Vater. Das war bei mir nicht der Fall, aber er hat mir so oft das Vertrauen gegeben, dass ich ihm das auf dem Platz immer zurückzahlen wollte“, sagte Ex-Nationalspieler Olivier Giroud über die Team-Chemie.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke