Laura Siegemund war trotz Siegs nicht zu Freudensprüngen zumute. Die deutsche Tennisspielerin war nach dem 7:5, 7:6 (7:4) in der ersten Runde der Doppel-Konkurrenz von Rom ziemlich aufgebracht. Schuld: offenbar ein Fan, der mit seinem Verhalten während des Spiels auffiel. Am Sky-Mikrofon redete sich Siegemund in Rage.

„Die brauchen echt einen Arzt“, begann die 38-Jährige in Richtung der Zuschauer. „Das macht alles so kaputt. Leute, die mitten im Spiel kommen und reinschreien. Sorry, das sind Leute, die müssen von der Security abtransportiert werden. Die gehören nicht auf eine Tennisanlage.“ Siegemund berichtete davon, beim Seitenwechsel und bei kürzeren Pausen während des Spiels „zugelabert“ worden zu sein.

Auf Videos in den sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Siegemund nach dem Spiel auf einen Mann im Publikum deutete. Sie ging auf den Zuschauer zu und lieferte sich hinter ihrer Bank eine kurze verbale Auseinandersetzung. „Ich liebe es, vor einer geilen Atmosphäre zu spielen. Aber das hat damit nichts zu tun. Da kommt eine Gruppe völlig Gestörter“, wütete Siegemund weiter.

Offenbar handelte es sich bei dem Störer um einen Mann, der eine Sportwette auf Siegemunds Spiel mit Partnerin Wera Swonarjowa platziert hatte. Die Deutsche bezeichnete solche Zuschauer als „Idioten, die wetten“ – und war fortan gar nicht mehr zu bändigen.

„Da kriege ich echt Angst“, berichtet Siegemund

„Ich finde das echt schockierend. Und ganz ehrlich, sorry, es ist nur hier in Rom so. Auf anderen Turnieren ist es nicht so. Ich will einfach nur noch nach Hause. Wir haben unseren Job super gemacht. Es war ein schweres Match. Und es sind eigentlich Leute da, die auch gut unterstützen. Das geht aber total unter mit diesen Geisteskranken“, sagte Siegemund.

Die Weltranglisten-46. erzählte von einem Tour-Kollegen, der einen Sportwetter auf der Anlage angesprochen habe. Dieser sei „völlig ausgerastet“. „Der hat fünf Euro verloren. Da muss ich mich fragen, was mit einem ist, der 500 Euro verloren hat. Da kriege ich echt Angst, wenn ich hier dann zur Umkleidekabine laufe und der zwei Meter neben mir dann ist, weil ich ihm die Wette kaputt gemacht habe.“ Diese Menschen seien genau dieselben, „die dir auf Instagram schreiben: ‚Ich bringe deine Familie um, ich wünsche deiner ganzen Familie, dass sie an Krebs stirbt.‘“

Wie die Tour das Problem lösen könnte, wollte der Sky-Moderator noch wissen. „Das allererste ist, dass so jemandem – der sitzt ja eine Stunde da und schreit wie ein Gestörter, sodass alle denken, dass er nicht mehr ganz dicht im Kopf ist – sein Ticket weggenommen wird. Dann bleibt er draußen“, antwortete Siegemund. „Die haben überhaupt kein Gefühl für den Sport, für das Event, keinen Respekt vor den Spielern.“

Sportlich geht es für Siegemund und Swonarjowa im Achtelfinale gegen Storm Hunter (Australien) und Jessica Pegula weiter. Das Spiel ist für diesen Dienstagmittag (14 Uhr) angesetzt. Im Einzel war Siegemund in Rom im Sechzehntelfinale an der Tschechin Karolína Plíšková gescheitert.

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