„Ich habe reduziert“ – zwei Honigbrote zum Frühstück, dann lief Sawe Weltrekord
Mit seinem Marathon in 1:59:30 Stunden hat er Geschichte geschrieben. Sabastian Sawe (31) durchbrach am Sonntag beim London-Marathon als erster Mensch unter offiziellen Bedingungen die magische Zwei-Stunden-Grenze. Zwei Tage später machte der kenianische Wunderläufer auf der Reise zurück in die Heimat einen Zwischenstopp bei Ausrüster Adidas in Deutschland.
Wer ist der Mann, der wie Phönix aus der Asche kam und den Rekord für die Ewigkeit gebrochen hat? Er ist ruhig, schüchtern, höflich, weicher Händedruck, ein kleines Nicken bei der Begrüßung. Sprechen mag er gar nicht so viel über seine unfassbare Leistung: 42,195 Kilometer, 21,2 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, schneller als der maximale Speed mancher Laufbänder. Eine kleine Ausnahme macht er dann aber doch.
„London ist eine schöne Strecke, und ich kannte sie schon. Aber wie wir dort am Sonntag gelaufen sind, war schon eine Überraschung. Ich hätte mir nicht vorstellen können, so schnell zu rennen“, erzählt er. „Ich habe meinen eigenen Augen nicht getraut, als ich es gesehen habe. Aber ich bin einfach gerannt und war dann nur noch glücklich.“
Sawe rannte mit einem neu entwickelten Hightech-Schuh, leicht wie eine Feder – 97 Gramm. Aber er liebt auch die Einfachheit: „Vor dem Rennen habe ich zwei Honigbrote gegessen und eine Tasse Tee getrunken. Das war es. Früher habe ich drei Honigbrote genommen, aber jetzt habe ich reduziert.“
Training in der Höhe
Woher holt er die Kraft für seine Rekorde? Er lebt asketisch. Auch in London gab es keine große Party, nur Apfelsaft. „Das ist nicht ungewöhnlich. Ich trinke immer Apfelsaft“, erzählt er. Sein größter Wunsch: endlich schlafen und zur Ruhe kommen. Drei Wochen Pause will er sich jetzt gönnen, dann geht die Vorbereitung auf die nächsten Rekorde los.
200 bis 240 Kilometer rennt Sawe in den Trainingsperioden jede Woche in seiner Heimat am Rift Valley auf über 2000 Metern Höhe. Sawe: „Ich liebe es, dort zu laufen. Es ist der Ort, wo ich mich vorbereite, um solche Rennen wie in London zu laufen.“
Einen Marathon wird er dieses Jahr noch absolvieren. Vielleicht im September in Berlin? „Das ist noch offen“, sagt Sawe. „Ich laufe noch einen Marathon dieses Jahr, aber ich muss mit den Trainern entscheiden, wo das sein wird.“ Der historische Weltrekord von London könnte nicht sein letzter bleiben. „Ich stimme schon zu, dass die Strecken in Berlin oder Chicago schneller sind“, sagt er. „Wir können also gespannt sein.“
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild“ veröffentlicht.
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