Der Klub reagierte sofort. Seit dieser Woche hängt über der Tiefgaragen-Einfahrt in der Zentrale des FC Bayern an der Säbener Straße ein riesiges Plakat mit der Mannschaft und dem Hinweis auf den 35. Meistertitel der Vereinshistorie darauf. Wann immer die Spieler um die Stars Manuel Neuer und Harry Kane in diesen Tagen zum Training kommen, sehen sie noch einmal, was sie erreicht haben.

Seit dem vergangenen Sonntagabend sind die Münchner mal wieder Fußball-Meister. Am 23. Mai soll der nächste Titel folgen, dann steigt im Berliner Olympiastadion das Endspiel im DFB-Pokal. Im Halbfinale tritt der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF und Sky) bei Bayer Leverkusen an.

Am Dienstagmorgen fuhr Vincent Kompany in die Tiefgarage. Die Sehnsucht seines Klubs nach der Finalteilnahme ist groß, seit sechs Jahren haben die Bayern es nicht mehr erreicht. Für den Weltklub eine sehr lange Zeit.

Der Trainer sagte am Vormittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Ich spüre nicht mehr Druck als sonst. Keiner von uns wird dieses Spiel unterschätzen. Wir haben Vertrauen und wissen, was auf uns zukommt.“ Als Abwehrspieler des Hamburger SV habe er es damals auch nicht ins Finale geschafft. „Es gibt immer ein erstes Mal, und ich hoffe, das kommt dieses Jahr.“

In der Vorsaison schieden die Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Leverkusen (0:1) aus. In der Bundesliga spielten sie gegen Bayer zuletzt 1:1. „Wir haben im letzten Spiel genau gesehen, welche Emotionen man braucht, und welche man besser zu Hause lässt“, sagte Kompany. „Was wir immer erlebt haben, war ein großer Kampf. Wir erwarten daher diesmal auch nichts anderes.“

Kompany: „Er ist nah an seinem besten Niveau“

Sein Offensivspieler Serge Gnabry fehlt verletzt. Umso wichtiger wird nun Jamal Musiala. Der 23-Jährige sei nach seiner langwierigen Verletzung in einer guten Phase, so der Trainer. „Meine Meinung ist, dass er jetzt auch physisch, nicht nur von der Kraft her, aber auch von der Laufbereitschaft her, schon ganz nah ist an seinem besten Niveau“, betonte Kompany. „Also Laufen, Pressen, wie wir das machen, das kann er jetzt. Zweikämpfe führen, das kann er. Und dann gibt es nur die Frage: wann kommt dieser Magic Musiala wieder, an den die Leute sich erinnern, an Jamal in seiner allerbesten Zeit? Und das kommt hundertprozentig irgendwann wieder.“

Der Belgier erwartet den Nationalspieler künftig sogar noch stärker als vor dessen Verletzung, weil sich Musiala „körperlich entwickelt hat. Und wenn diese totale Freiheit irgendwann wiederkommt, und das wird zurückkommen, dann hast du eine entwickelte Version von Jamal Musiala.“

Musiala harmoniert unter anderem sehr mit Michael Olise. Der 24-Jährige spielt eine herausragende Saison – und wird auch deshalb als Transferkandidat für andere Topklubs in Europa gehandelt. Die Münchner wollen sich von dem Geraune aber nicht stören lassen, wie Sportvorstand Max Eberl Dienstagvormittag deutlich machte: „Wir haben unsere Bubble, wir haben unser Vertrauen in unsere Gespräche und alles, was um uns herum passiert, das lassen wir ein Stück weit an uns abprallen.“

Immer montags bitten die WELT-Reporter Lutz Wöckener und Lars Gartenschläger zum Blind Date mit einem Champion. Einer lädt den Gast ein, der andere führt das Gespräch, muss aber zunächst herausfinden, um wen es sich dabei überhaupt handelt. Die Zuhörer können mitraten.

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Portugals Fußball-Legende Luís Figo etwa adelte Olise in dieser Woche am Rande der Laureus-Gala als Ballon-d’Or-Kandidaten. Frankreichs Weltmeister Marcel Desailly bezweifelte, dass sein Landsmann noch viele Jahre in München bleiben wird. Olise hat bei den Bayern einen Vertrag bis 2029 unterschrieben.

Max Eberl lobt das Trainerteam

„Erstmal ist es schön, dass so viele Menschen über Michael Olise sprechen wollen“, so Eberl. „Das sagt ja erstmal, dass wir vor eindreiviertel Jahren einen sehr, sehr guten Spieler zum FC Bayern gelotst haben.“ Der Flügelstürmer, der 2024 vom Premier-League-Klub Crystal Palace kam, habe sich unter Kompany und dessen Trainerteam entwickelt.

Michael Olise ist beim FC Bayern einer der besten Spieler der Saison

Der französische Nationalspieler kommt in dieser Saison bislang bereits auf 18 Tore und 29 Vorlagen in 44 Pflichtspielen. Er war unter anderem im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid (2:1, 4:3) einer der entscheidenden Spieler. Die Bayern haben zuletzt mehrfach gesagt, dass Olise nicht verkäuflich sei.

Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit Jahren über den FC Bayern und die Nationalmannschaft. Es ist die 13. Meisterschaft der Münchner, die er als Bayern-Reporter erlebt hat.

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