Alexander Ovechkin ist einer der größten Torjäger der Eishockey-Geschichte. Der Russe begann seine Profikarriere bei Dynamo Moskau, wurde 2004 von den Washington Capitals an erster Stelle gedraftet und feierte 2005 in der NHL seinen Durchbruch als Torjäger.

Der 40-Jährige hat in der besten Liga der Welt in 1572 Spielen sagenhafte 929 Tore erzielt und 757 Vorlagen gegeben. Das sind die Meilensteine seiner beispiellosen Karriere.

Märchenhaftes Debüt am 5. Oktober 2005

Höchstwahrscheinlich hätte der Linksaußen wesentlich früher sein erstes Tor in der National Hockey League (NHL) erzielt, als es in den Statistiken verewigt ist. Nach dem Nummer-eins-Draft durch die Capitals am 26. Juni 2004 spielt er wegen des Lockouts in der nordamerikanischen Profiliga noch ein Jahr für seinen Heimatverein Dynamo Moskau. Ausgestattet mit einem 13-Jahres-Vertrag über 124 Millionen Dollar, den seine Mutter Tatjana ausgehandelt hatte, die 1976 und 1980 mit der Sowjetunion olympische Gold im Basketball gewann, beginnt er schließlich seine Karriere in Übersee. Mit der Trikotnummer acht, mit der auch seine Mutter ihre Erfolge feierte, trifft „The Great 8“ gleich in seinem ersten Spiel.

Der Beginn einer ganz großen NHL-Karriere: Ovechkin in seinem ersten Spiel für die Washington Capitals

Mit seinen Treffern im zweiten Drittel nach 7:21 und 11:51 Minuten trägt er maßgeblich zum 3:2-Heimsieg über die Columbus Blue Jackets bei. Nach den Toren küsst er seine Handschuhe und zeigt gen Himmel – eine Hommage an seinen nach einem Autounfall durch eine Lungenembolie verstorbenen Bruder Sergej. „Ich weiß, er hat mir beigestanden. Es war ein Start, wie ihn Hollywood nicht besser hätte inszenieren können“, freut sich der Debütant. Mit insgesamt 52 Treffern wird er bester Capitals-Schütze und als Rookie of the Year geehrt.

Der dritte WM-Triumph und keine Distanz zu Putin

Wladimir Putin gehört stets zu Ovechkins ersten Gratulanten, wenn der gebürtige Moskauer seinen Namen in Sieger- oder Rekordlisten einträgt. Ob bei den drei WM-Titelgewinnen Russlands 2008, 2012 und 2014 oder als er Wayne Gretzkys Torrekord bricht: Die Beifallsbekundung des Präsidenten lässt nie lange auf sich warten. Ovechkin seinerseits ruft 2017 ein „Putin-Team“ ins Leben, um den Staatschef bei seiner Wiederwahlkampagne 2018 zu unterstützen. Zudem vermeidet er es auch, sich zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu äußern, sondern belässt es bei einem Friedensappell: „Der Krieg muss beendet werden. Es spielt keine Rolle, wer im Krieg ist – Russland, die Ukraine oder andere Länder.“

Der Kriegsherr und der Eishockey-Star

So gut wie Ovechkin mit seinen Mannschaftskameraden auf dem Eis auch harmoniert, über Politik und die Geschehnisse in der Ukraine wird sowohl in der Kabine als auch außerhalb nicht gesprochen. Seine vielen Fans in Nordamerika haben damit kein Problem. Man wolle den Sport unbelastet von der Politik genießen, so der Tenor. Solange die NHL sich dafür entscheide, Ovechkin für seine Leistungen zu feiern, solle sie das auch tun. Putin sei für Putin verantwortlich, nicht Ovechkin.

Gretzky gratuliert zum Jahrhundert-Rekord

Selbst die kühnsten Optimisten dachten nicht, dass Wayne Gretzkys Torrekord jemals übertroffen werden würde. Als „The Great One“ 1999 abtritt, steht er mit 894 Treffern an der Spitze der Goalgetter. 26 Jahre und acht Tage später wird der Kanadier jedoch von Ovechkin abgelöst. Den Treffer für seine sportliche Unsterblichkeit erzielt er auswärts gegen die New York Islanders. „Ich habe Geschichte geschrieben“, jubelt der neue Topscorer und rutscht bäuchlings über das Eis. Die Partie wird für 22 Minuten unterbrochen, um den historischen Moment zu feiern. 

Gretzky sitzt in der Arena, freut sich für seinen Nachfolger und sagt: „Rekorde werden aufgestellt, um gebrochen zu werden.“ Traditionsgemäß schenkt Gretzkys Frau Janet Ovechkins Gattin Anastasia Shubskaya einen Diamantring – Kaufpreis 280.000 Dollar.

The great one und the great eight – Wayne Gretzky (l.) und Ovechkin

Inzwischen steht der Rekordmann bei 928 Treffern. Wer weiß, wie viele er aufweisen würde, wenn es nicht die Lockouts 2004 und 2012 sowie die Spielplankürzungen wegen der Covid-Pandemie 2020 und 2021 gegeben hätte. 175 Partien fielen aus. Ob Ovechkin, der ein Dutzend weiterer NHL-Rekorde hält, noch die 1000-Tore-Marke anstreben wird, ist ungewiss. Auf die Frage nach der Verlängerung seines auslaufenden Vertrages sagte der 40-Jährige gerade:„Das entscheide ich im Sommer.“

Endlich am Ziel seiner Träume

Neunmal spielt der wuchtige Russe seit seiner Verpflichtung 2004 mit den Capitals in den Play-offs, kommt dabei auf 121 Begegnungen, doch das Happy End bleibt ihm lange versagt. Etliche Skeptiker äußern bereits, dass der 32-Jährige mit der markanten Zahnlücke den seit 1974 in der NHL aktiven Verein niemals mehr zum ersehnten Triumph führen werde. Eindrucksvoll belehrt er seine Kritiker eines Besseren.

Nach den vielen schmerzlichen Enttäuschungen darf Ovechkin nicht nur die ersehnte Mannschaftstrophäe in die Höhe recken, sondern wird er auch noch dank seiner 15 Treffer in den „Best of Seven“-Partien mit der Conn Smythe Trophy als bester Spieler des Play-off ausgezeichnet. „Juhu! Juhu! Juhu! Wir haben es geschafft“, jubelt der Torjäger, als er den seit 1893 ausgespielten Stanley Cup 2018 in seinen Händen hält. Und er schwelgt weiter. „Das ist alles, was zählt, es ist ein unvergessliches Erlebnis. Dieser Moment brennt sich für immer in mein Herz ein.“

Stanley-Cup-Sieger 2018: Ovechkin mit dem Objekt der Eishockey-Begierde

Fünf Tage später bei der traditionellen „Championship Parade“ durch die Innenstadt von Washington säumen mehr als eine halbe Million Menschen die Straßen. Sie hoffen natürlich auf eine Wiederholung des bis dahin einmaligen Erfolgs ihrer Mannschaft. Doch der bleibt trotz sechs weiterer Play-off-Teilnahmen bislang aus.

Prämie für Krebsforschung

Der Torjäger ist auch abseits der Eisfläche ein Sympathieträger. Geschätzt wird er ebenso wegen seiner vielfältigen Aktivitäten als Wohltäter. Er half im Kampf gegen Covid-19, spendet für Waisenhäuser und Behindertenprojekte, schafft Bildungsangebote für Kinder und unterstützt Opfer von Waffengewalt. Seit 2006 gibt er für jedes Heimspiel acht Dauerkarten an „Most Valuable Kids“, eine Organisation für benachteiligte Kinder. Die „Crazy 8s“ haben einen eigenen Bereich im Unterrang der mehr als 20.000 Zuschauer fassenden Arena, werden vor jedem Spiel geehrt und treffen Ovechkin nach dem Spiel persönlich.

Ovechkin engagiert sich für karitative Zwecke

Seine jüngste Charity-Aktion „THE GR8 CHASE for Victory Over Cancer“ läuft seit dem 5. März vorigen Jahres. Bis zum Ende seiner Karriere spendet er für jedes Tor, das er erzielt, einen Dollar-Betrag in Höhe seines Torrekordes (aktuell 928). Ein Entertainment-Unternehmen verdoppelt die Summe dann noch. Die Spenden fließen direkt in die lebensrettende Kinderkrebsforschung der „V Foundation for Cancer Research“. „Gott hat uns gegeben, was wir haben, und wir müssen denen helfen, die es nicht haben“, sagt Ovechkin. Sein Credo lautet: „Jeder, der Erfolg und Ruhm hat, sollte sich wohltätig engagieren.“

Heiratsantrag im Badezimmer

Romanzen hat „Alexander the Great“ einige. Kein Wunder, nachdem er im russischen Fernsehen seine Handynummer preisgibt und sagt: „Die erste Frau, die mich anruft, bekommt ein Date.“ Zwei Jahre ist er mit Tennisspielerin Maria Kirilenko verlobt, bis er in Anastasia Shubskaya seine wahre Liebe findet.

Bei den Sommerspielen 2008 in Peking lernen sie sich kennen. Ovechkin reist auf Einladung seines Olympischen Komitees nach China, die damals 14-Jährige ist mit ihrem Vater dort. Beide freunden sich an, schreiben sich SMS, bis Anastasia ihr Handy verliert. Nach jahrelanger Funkstille entdeckt Ovechkin sie 2015 auf Instagram wieder.

Seinerzeit modelt Anastasia und studiert in Los Angeles an der Film Academy. Als Ovechkin dort spielt, gehen sie zusammen essen. Zugleich lädt er seine acht Jahre jüngere Traumfrau nach dem Studium nach Washington ein. „Ich kam und bin bis jetzt geblieben“, sagt Anastasia und lächelt.

Im Frühjahr 2016 bekommt sie auf ungewöhnliche Weise einen Heiratsantrag. Sie steht unter der Dusche, als es plötzlich unentwegt an der Tür klopft. Als sie die Tür öffnet, kniet ihr künftiger Bräutigam mit Blumen und dem Ring vor ihr. Ihr Familienglück ist durch die Geburt ihrer Söhne Sergej (7) und Ilya (5) komplett.

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