Am Montagnachmittag ging es für die deutschen Fußball-Nationalspieler nach Herzogenaurach. Dort bereiten sie sich auf dem Gelände von Verbandsausrüster Adidas mit Bundestrainer Julian Nagelsmann auf die letzten Testspiele vor Beginn der unmittelbaren WM-Vorbereitung im Sommer vor – Freitag (20.45 Uhr, RTL) geht es in Basel gegen die Schweiz, Montag (20.45 Uhr, ARD) in Stuttgart gegen Ghana.

Für Jürgen Klopp ging es Montagnachmittag nach Ismaning bei München. Der einstige Startrainer des FC Liverpool wird während der WM als Experte für den Sender MagentaTV tätig sein. Dieser gab eine WM-Pressekonferenz. Sollte Deutschland eine enttäuschende WM spielen und der aktuelle Lehrgang in Herzogenaurach für Nagelsmann der letzte außerhalb einer Turnierphase gewesen sein – würde er dann als Bundestrainer übernehmen?

Aktuell ist Klopp Global Head of Soccer bei Red Bull. Klopp antwortete: „Als Trainer habe ich das Rentenalter nicht erreicht. Wer weiß, was noch so kommt in den nächsten Jahren. Geplant ist gar nichts.“ Er schloss also nichts aus.

Wie wird er als Experte mit Nagelsmann umgehen? „Ich habe nicht vor, Julian Nagelsmann zu belehren. Wir als Experten müssen das in Worte fassen, was manche Leute nicht gesehen haben“, so der 58-Jährige. Was alle Zuschauer ohnehin gesehen haben, müsse man ja nicht erneut sagen, das sei eher überflüssig. Er habe nicht vor zu sagen: „Was Julian aufgestellt hat, konnte nicht funktionieren.“ Das überlasse er Thomas Müller, sagte Klopp augenzwinkernd.

Klopp: „Problem ist nicht, dass wir nicht mithalten können“

Klopp wurde auch zu den Aussichten der Nationalmannschaft bei dem Turnier und zu den Favoriten gefragt. „Das Problem ist nicht, dass wir nicht mithalten können. Unser Problem ist, dass wir nicht Favorit sind“, sagte er mit Blick auf die deutsche Mannschaft: „Ich würde uns gern die Zeit geben, uns ins Turnier reinzufuchsen. Wenn wir es schaffen, einen Spirit wie 2014 kreieren, sind wir mit dabei, aber wir sind per se nicht besser als Frankreich oder Spanien.“

Thomas Müller war Montagfrüh aus Vancouver gelandet und wie Mats Hummels vor Ort. „Ich freue mich auf das Fan-Dasein bei der WM“, sagte Weltmeister Hummels: „Fünf Wochen Ausnahmezeit, diese Turniere liebe ich, seit ich ein kleines Kind bin.“

Müller sagte zu Nagelsmanns Interview im „Kicker“, in dem der Bundestrainer kürzlich zum Teil sehr deutlich über seinen Plan mit den Spielern sprach: „Man ist es nicht gewohnt, dass sich ein Bundestrainer so klar zu Personalien äußert. Man merkt, dass er etwas vorhat. Am Ende werden wir den Plan an Ergebnissen und auch etwas an der Spielweise messen.“ Und Klopp betonte: „Wir haben einen selbstbewussten Bundestrainer. Finde ich cool.“

Hummels wurde auch zu Spekulationen gefragt, ob er nach der Trennung des BVB von Sebastian Kehl am vergangenen Sonntag ein Amt in der sportlichen Führung von Borussia Dortmund übernehmen könnte. Hummels wiegelte ab – was nicht überraschend war, hatte der BVB doch vor der Pressekonferenz Nils-Ole Book als neuen Sportdirektor vermeldet. „Wenn ich es mal gelernt habe in ein paar Jahren … aktuell bin ich eher noch näher dran an dem Spieler auf dem Rasen, in der Hinsicht, was ich kann“, so Hummels lächelnd.

Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über die Nationalmannschaft und wird das Team auch bei der WM als Reporter begleiten. Montag war er bei der Pressekonferenz in Ismaning.

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