Michael Ballack schien immer vom Leben verwöhnt. Bis zum 5. August 2021. An diesem Tag starb sein Sohn Emilio im Alter von 18 Jahren bei einem Quad-Unfall in Portugal. Jetzt spricht der dreimalige Fußballer des Jahres erstmals darüber.

In der Sky-Sendung „Meine Geschichte“ mit Riccardo Basile wurde es sehr emotional. Als ihn der Moderator fragt, wie Ballack gelernt habe, mit diesem Verlust zu leben, atmet er schwer. „Schwierig“, sagt das Fußball-Idol schließlich. Und nach einer längeren Pause erneut „schwierig“.

Dann sagt Ballack mit belegter Stimme: „Das kann man sich nicht vorstellen. Kann man auch nicht in Worten beschreiben. Es ist ein Verdrängungsprozess. Jeder geht damit anders um. Ich kann da wenig bis gar nicht über ihn sprechen. Würde gerne viel mehr, aber es emotionalisiert mich zu sehr.“

Er stockt erneut. Ihm kommen Tränen. Dann spricht Ballack weiter: „Deswegen ist das ein Verdrängungsprozess, wo man versucht, durch den Alltag, durch viele Sachen, die einen motivieren – Arbeit, die Familie, die anderen Söhne (Louis, 24 und Jordi, 20, Anm. d. Red.)– damit klarzukommen.“

Die Angst um seine Familie schwinge seit dem Unfall immer mit. Ballack: „Natürlich liebst du deine Kinder über alles und möchtest ihnen so viel Stabilität und Wärme und Sicherheit mitgeben im Leben. Das ist die Verantwortung, die du als Eltern trägst.“ Und weiter: „So ein Verlust intensiviert das natürlich noch einmal. Klar hast du dann größere Ängste. Was kann noch passieren?“

„Es ist einfach nicht mehr wie vorher“

Ballack, der 2012 von seiner Frau und Mutter der drei Kinder, Simone, geschieden wurde, versuche „so gut wie es geht“, mit seinen Söhnen Louis und Jordi zu reden „und da zu sein für die Jungs. Aber es ist einfach nicht mehr wie vorher.“

Als Basile ihn fragt, wie sich seine Sicht auf das Leben geändert habe, hat Ballack erneut Tränen in den Augen. Dann sagt der frühere Spieler des FC Bayern: „Dass das Leben kostbar ist. Dass das Leben, das wir führen, absolut privilegiert ist. Dass auch Glück und Pech eine große Rolle spielen. Schicksal. Magst du es nennen, wie du willst, aber dass Dinge eben passieren.“ Aber: „Bei allem Schicksal möchte ich mich dem natürlich auch stellen. Das gibt dann auch wieder Kraft, diese Aufgabe und gleichzeitig, dass es eben auch weitergeht im Leben.“

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