Erste Zweifel beim FC Bayern an Manuel Neuers Verbleib
Die Klarheit der Äußerungen hatte selbst die Bayern-Bosse überrascht. Nachdem sich Präsident Herbert Hainer für eine WM-Nominierung von Manuel Neuer Mitte Februar öffentlich starkgemacht hatte, erteilte der Weltmeister einer DFB-Rückkehr eine endgültige Absage. Was auch an der Säbener Straße die Frage aufwarf: Was heißt das für Neuers Zukunft im Bayern-Tor?
Nach Informationen der „Sport Bild“ gibt es intern inzwischen beim FC Bayern erste Zweifel, ob Neuer seine Karriere über den Sommer hinaus fortsetzen wird.
Noch hat sich der 39-Jährige gegenüber den Bayern-Bossen nicht geäußert, ob er seinen am 30. Juni 2026 auslaufenden Vertrag noch einmal verlängern will. Lediglich ein Zeitpunkt ist vereinbart, wann beide Seiten miteinander sprechen wollen. Aktuell ist die anstehende Länderspielpause Ende März dafür vorgesehen. Am 27. März feiert Neuer zudem seinen 40. Geburtstag. Bis dahin, so hatte er in der Chefetage hinterlegt, wollte er sich Gedanken machen und in seinen Körper hineinhören.
Zwischenzeitlich schien eine Verlängerung von Neuer beim FC Bayern nur Formsache
Neuer hatte sich zuletzt beim Auswärtsspiel bei Werder Bremen (3:0) einen Faserriss in der linken Wade zugezogen. Aus dem Neuer-Umfeld ist zu hören, dass er sich noch nicht endgültig entschieden habe. Die Chancen auf eine Fortsetzung seiner Karriere sollen bei 50 Prozent stehen. Seine Frau Anika, die selbst eine Sportler-Karriere im Handball vorzuweisen hat, soll ihrem Mann demnach die volle Entscheidung überlassen. Egal, ob er noch ein Jahr dranhängen will oder sich ab Sommer komplett seiner Familie mit Söhnchen Luca (1) widmen will – sie steht hinter ihm.
Zwischenzeitlich schien eine Verlängerung von Neuer beim FC Bayern nur Formsache, nachdem der Torwart eine erneut stabile Saison spielt und sogar fürs WM-Tor gehandelt worden war. Für die Bayern-Bosse war klar: Fühlt sich Neuer fit genug für eine weitere Saison, wäre ihm – anders als zuvor der anderen Klub-Ikone Thomas Müller – ein neues Vertragsangebot vorgelegt worden. Doch selbst im Falle einer Zukunft ohne Neuer fühlen sich die Sportbosse Max Eberl und Christoph Freund auf der Torwart-Position gut aufgestellt.
Das Szenario für einen Neuer-Rücktritt ist intern bereits besprochen worden. Jonas Urbig, der Neuer bereits in dieser Saison immer wieder vertreten wollte, soll die Chance als neue Nummer eins des FC Bayern bekommen.
Sportvorstand Eberl verpflichtete den 22-Jährigen im Januar 2025 vom 1. FC Köln für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro. Durch zusätzliche Bonuszahlungen soll sich das gesamte Paket auf bis zu zehn Millionen Euro erhöhen können. Urbig unterschrieb einen Vertrag, der bis 2029 läuft. Eine Verpflichtung, die sich für Bayern auszahlen könnte. Für Neuer zahlten die Münchner einst 2011 inklusive Bonuszahlungen rund 30 Millionen Euro an Schalke.
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Offen ist noch die Frage, wer hinter Urbig die Nummer zwei werden würde. Alexander Nübel, der aktuell an den VfB Stuttgart verliehen ist und in München noch einen Vertrag bis 2030 besitzt, wird aktuell nicht als Urbig-Vertreter eingeplant. Sowohl Bayern als auch Nübel selbst wollen zudem ein weiteres Leihgeschäft vermeiden, der Torwart soll im Sommer verkauft werden.
Bayern würde ein Nübel-Transfer eine Millionen-Ablösesumme einbringen. Für den Torhüter wäre es ein Neustart, nachdem er sich seit seiner Unterschrift 2020 in München nie durchsetzen konnte. Der VfB Stuttgart kann sich das Kaufpaket von Nübel und sein aktuelles Gehalt von geschätzten zehn Millionen Euro allerdings nicht leisten. Klubs aus der Premier League sollen hingegen interessiert sein.
Machen Neuer und Ulreich Schluss, wird Bayern eventuell noch mal handeln
In England spielt mit Daniel Peretz beim FC Southampton ein weiterer Leih-Torwart des FC Bayern. Auch der 25 Jahre alte Israeli gilt intern bei Bayern nicht als unverkäuflich. Allerdings ist auch die Rolle als Nummer zwei hinter Urbig nicht ausgeschlossen. An der Säbener Straße weiß man jedoch, dass dies nicht der Anspruch von Peretz ist.
Mit Sven Ulreich hat Bayern noch einen Neuer-Vertreter im Kader, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und dessen Zukunft ungewiss ist. Eine Rolle in anderer Funktion im Klub ist dem 37-jährigen Ulreich in Aussicht gestellt. Sollten sich die Freunde Ulreich und Neuer für ein gemeinsames Karriereende entscheiden, will Bayern darüber nachdenken, ob noch eine erfahrene Nummer zwei hinzugekauft werden soll.
Die Pläne für eine Zukunft ohne Neuer sind gemacht. Klar ist aber auch: Mit dem Weltmeister würde einer der erfolgreichsten Spieler der Vereinsgeschichte die Münchner verlassen. Neuer hat mit dem FC Bayern München über 30 Titel gewonnen, darunter als Höhepunkte zwölf deutsche Meisterschaften und zweimal die Champions League (2013, 2020).
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Sport Bild“ veröffentlicht.
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