Er sparte nicht mit Selbstkritik nach dem Wechselbad der Gefühle. Nico Schlotterbeck hat ein intensives Startelf-Comeback für Borussia Dortmund im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayern München erlebt. An den meisten entscheidenden Szenen beim 2:3 (1:0) war der 26-Jährige direkt beteiligt. In Bezug auf einen heftigen Moment war der Nationalverteidiger anschließend ehrlich: Nach gut einer Viertelstunde hätte Schlotterbeck bereits vom Feld fliegen können.

„Ich glaube, dass man da schon Rot geben kann. Da hatte ich ein bisschen Glück, ja“, bekannte Schlotterbeck im Gespräch beim Sender Sky zu seinem heftigen Foul an Josip Stanisic, für das er nur die Gelbe Karte sah. Schlotterbeck hatte Stanisic mit den Stollen am linken Bein getroffen und mit beiden Beinen das Sprunggelenk des Kroaten eingeklemmt.

„Es ist sauunglücklich in meinen Augen. Man sieht, dass ich auch über den Ball ausrutsche, sonst treffe ich ihn auch nicht am Schienbein, sondern gehe unten durch. Ja, es sieht sauunglücklich aus. Keine Ahnung. Die Intensität war jetzt nicht so hoch, weil ich jetzt nicht mit vollem Dampf hingegangen bin. Aber ich habe natürlich gemerkt, dass ich ihn ordentlich getroffen habe“, berichtete der Dortmunder Abwehrchef.

„Es ist hier schon eine brutale Intensität“, sagte später auch Dortmunds Sportchef Lars Ricken im ZDF-„Sportstudio“: „Da haben wir schon ein bisschen Glück gehabt, dass es nur eine Gelbe Karte ist.“ Vier Tage zuvor hatte Schlotterbeck beim Dortmunder Champions-League-Aus bei Atalanta Bergamo als Ersatzspieler die Rote Karte gesehen.

Schlotterbeck entgeht Platzverweis gleich dreimal

Einen Platzverweis hätte der Dortmunder auch am Samstagabend nach der heftigen Szene sehen können. Nur acht Minuten nach seinem Einsteigen gegen Stanisic hatte Schlotterbeck sein Team per Kopf in Führung gebracht und dabei so intensiv gejubelt, dass er über die Bande sprang und mit den Fans jubelte. Eine zweite Gelbe Karte sah er dafür nicht.

Eine Situation im Graubereich. Denn laut Regelwerk hätte er dafür seine zweite Verwarnung kassieren können. Im Regelwerk in Regel 12 unter „Torjubel“ heißt es: „Spieler dürfen nach einem Tor jubeln, solange sie es nicht übertreiben (...). Das Verlassen des Spielfelds beim Torjubel ist noch kein verwarnungswürdiges Vergehen. Die Spieler sind aber gehalten, so rasch wie möglich zurückzukehren. Ein Spieler wird verwarnt, selbst wenn das Tor aberkannt wird, wenn er: an einem Zaun hochklettert und/oder sich den Zuschauern auf eine Weise nähert, die zu einem Sicherheitsproblem führt (...)“

Schlotterbeck erklärt die Szene. „Ich wollte auch gar nicht über die Bande, sondern nur auf die Bande springen. Ich habe das Gleichgewicht verloren. Man sieht ja auch, ich will direkt wieder zurück“, berichtete er.

Dann wurde er im Interview mit Sky-Moderator Moderator Sebastian Hellmann deutlich: „Wenn man alles rausnehmen muss, dann haben wir keinen Fußball mehr. Ich sag's dir ehrlich, dann spiel’ ich irgendwann Schach. Weil, wenn ich dafür eine Gelbe bekomme, dann hört es irgendwann auf! Wenn ich auf den Zaun springe, ist es vielleicht etwas anderes. Aber über eine Bande zu springen, sei mir nicht böse, das kann nicht Gelb geben.“

Auch im zweiten Durchgang stand Schlotterbeck wieder im Blickpunkt, als er in der 70. Minute wieder Stanisic – diesmal im Strafraum – traf und einen Elfmeter verursachte. Den verwandelte Torjäger Harry Kane zum 2:1 für den Rekordmeister.

Auch hier hätte Schlotterbeck wieder Gelb und damit Gelb-Rot sehen können. „Ich finde, es war schon ein sehr, sehr leichter Kontakt“, sagte er dazu. „Und mir dann dafür Gelb zu geben, wüsste ich jetzt nicht.“ So handelte auch Schiedsrichter Jablonski. Schlotterbeck hatte zuletzt erst wegen einer Gelbsperre und dann muskulärer Probleme gefehlt.

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