Im Fall des Amateur-Schiedsrichters Pascal Kaiser zeichnet sich eine überraschende Entwicklung ab. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten. Im Raum steht die Frage, ob die zuletzt bekannt gewordenen schwulenfeindlichen Angriffe und Drohungen gegen den 27-Jährigen tatsächlich stattgefunden haben – oder inszeniert waren.

Kaiser hatte seinem Lebensgefährten am 30. Januar im ausverkauften Stadion des 1. FC Köln im Rahmen des Bundesligaspiels gegen den VfL Wolfsburg (1:0) einen öffentlichen Heiratsantrag gemacht. Der Fall hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. „Das hier ist richtig“, sagte Kaiser unter dem Applaus der Fans. Zuvor war er als Amateur-Schiedsrichter bekannt geworden, der nach einem unfreiwilligen Outing offen mit seiner Sexualität umging.

Bald nach dem Heiratsantrag veröffentlichte Kaiser ein Foto mit geschwollenem Auge und erstattete Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Er gab an, zweimal von Unbekannten attackiert worden zu sein. Zuvor seien Drohmails eingegangen, in denen auch seine Adresse genannt worden sei. Der 1. FC Köln verurteilte die von Kaiser beschriebenen Angriffe als „blanken Hass“.

Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchen Wohnhaus

Nun wird geklärt, ob es diese Taten tatsächlich gegeben hat. Wie der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet, durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft Ende vergangener Woche Kaisers Wohnhaus. Zuvor sollen IT-Experten Hinweise entdeckt haben, wonach die angeblichen Drohmails manipuliert worden sein könnten. Bei der Durchsuchung soll die Ermittler mehrere Datenträger sichergestellt haben, darunter auch Mobiltelefone.

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Ferner sollen beide Beschuldigten rechtsmedizinisch untersucht worden sein. Ein Gutachten soll klären, ob die dokumentierten Verletzungen durch Dritte verursacht wurden – oder ob sie sich Kaiser selbst oder mithilfe seines Partners zugefügt haben könnte, um Angriffe vorzutäuschen. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte gegenüber „Fochus online“ die Aufnahme von Ermittlungen. Der Beschuldigte stehe im Verdacht, Körperverletzungen zu seinem eigenen Nachteil vorgetäuscht und Drohnachrichten selbst verfasst zu haben.

Kaisers Anwalt Ramon Thal sagte in dem Bericht, man werde sich derzeit nicht äußern. Aus dem Schweigen seines Mandanten dürften keine Schlüsse gezogen werden, zudem sei dessen Privatsphäre zu achten. Es gelte die Unschuldsvermutung.

In früheren Interviews hatte Kaiser zudem schwere Vorwürfe gegen den DFB erhoben. Er beklagte, trotz sportlicher Leistungen bei Beförderungen benachteiligt zu werden.

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