„Katastrophe, Worst Case“ – am ersten Tor fädelt die deutsche Slalom-Hoffnung ein
Es sollte das große olympische Happy End für die 34 Jahre alte Lena Dürr werden. Nach zwei bitteren Enttäuschungen – einmal vor vier Jahren bei den Winterspielen in Peking, dann vor drei Tagen in Cortina d’Ampezzo – war alles bereitet für den so ersehnten Sprung auf das Podest. Gala-Wetter in den Dolomiten, Rang zwei nach dem ersten Durchgang: Dürr startet. Und eine Sekunde später ist es schon vorbei.
Denn am ersten Tor erlebt Dürr ihr nächstes olympisches Drama: Die 34-Jährige fädelt direkt nach dem Start ein. Im Moment des Ausscheidens geht ein riesiger Aufschrei durch den Zielbereich an der Tofana-Piste, in der Leaders Box schlagen die führenden Konkurrentinnen die Hände vor dem Kopf zusammen. Und Dürr? Die schüttelt erst mal einfach nur den Kopf und bleibt fassungslos stehen. Den Olympiasieg sichert sich wenige Momente später US-Superstar Mikaela Shiffrin.
Ihr Lauf wurde zur Triumphfahrt: Die 30-Jährige gewann mit überragenden 1,50 Sekunden Vorsprung auf die Schweizerin Camille Rast, Bronze ging an die Schwedin Anna Swenn-Larsson. Als die Medaillengewinnerinnen vor den Zuschauern feierten, war Dürr längst aus dem Blickfeld des Publikums verschwunden. Etwas abseits der jubelnden drei Athletinnen sagte sie dann: „Ich kann es noch gar nicht realisieren. Man meint immer, man kriegt hier noch so einen Re-Run und es geht noch mal von vorn los. Katastrophe, Worst Case. Aber so ist es jetzt.“
Dürr: „Ist mir vielleicht mal vor 15 Jahren passiert“
Weiter sagte die Tochter des früheren Skirennfahrers und zweimaligen Olympia-Teilnehmers Peter Dürr: „So etwas ist mir vielleicht mal vor 15 Jahren in einem FIS-Rennen passiert. Wahrscheinlich passiert das jedem Slalom-Fahrer irgendwann mal in seiner Karriere – aber dann genau heute!“
Ihre Teamkollegin Emma Aicher, die in der Abfahrt und in der Team-Kombination mit Kira Weidle-Winkelmann jeweils Silber gewonnen hatte, fuhr auf Rang neun. Damit beendet das deutsche Alpin-Team die Winterspiele in Norditalien mit zwei Medaillen – die Männer gingen bei ihren Wettbewerben in Bormio leer aus.
Vier Jahre nach dem Drama der Spiele von Peking hat Dürr in den Dolomiten also gleich zwei weitere bittere sportliche Momente auf der größten Bühne des Weltsports erlebt. In China war sie damals sogar als Führende des ersten Laufes in den finalen Durchgang gegangen. Am Ende blieb ihr der erste Platz neben dem Treppchen: Rang vier mit gerade einmal 0,19 Sekunden Rückstand auf Gold und der Winzigkeit von 0,07 Sekunden hinter Bronze.
Beim Riesenslalom vor drei Tagen in Cortina erkämpfte sie sich dann erneut eine gute Ausgangsposition und ging aussichtsreich als Zweitschnellste des ersten Laufes ins Finale. Nach einem verhängnisvollen Fehler reichte es am Ende jedoch nur zu Rang neun. Und jetzt dieser zweite Slalom-Durchgang.
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