1300 Hass-Postings seit Olympia-Start – erste Verfahren gegen Urheber
Ihr Post ist es zwar schon ein paar Tage alt, aber er hallt noch immer nach, weil er einmal mehr aufzeigte, wie sehr nicht wenige Athletinnen und Athleten unter Nachrichten leiden, die sie auf ihren Social-Media-Kanälen erreichen.
„Während viele wieder kritisch über meine Laufzeit und Schießzeiten sprechen, stehe ich hier – und bin verdammt stolz“, schrieb Biathletin Vanessa Voigt bei Instagram: „Denn kaum jemand redet über den Leistungs- und Trainingsrückstand, der entsteht, wenn ein Großteil einer vorolympischen Weltcup-Saison wegbricht. ... Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders. Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen.“
Auf den genauen Inhalt einiger Nachrichten, die sie erhalten hat, ging die Thüringerin Voigt nicht ein. Doch unabhängig davon steht fest, dass es nach Hass-Kommentaren gegen deutsche Olympia-Teilnehmer nach Angaben der Teamspitze erste Verfahren der Staatsanwaltschaft gegen die Urheber gibt. Es gebe während der Winterspiele „wieder zahlreiche Zuschriften und Kommentare, die deutlich unter der Gürtellinie sind“, sagte Olaf Tabor, Chef de Mission der Auswahl des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).
4000 Hass-Kommentare bei den Spielen von Paris
Mithilfe Künstlicher Intelligenz filtert der DOSB Hass-Postings im Netz, alle Athletinnen und Athleten können den Filter auf Wunsch bei ihren Social-Media-Accounts einsetzen. „Wer für Deutschland antritt, verdient den größtmöglichen Schutz“, hatte DOSB-Präsident Thomas Weikert vor Olympia in Italien gesagt.
Die bisherigen Beobachtungen würden zeigen, dass der Einsatz der KI notwendig sei. „Die Zahlen sind erheblich“, sagte Tabor und sprach von bislang rund 1300 Fällen während der Winterspiele. Die Prognose sei weiter, dass es bei diesem Thema „nicht besser, sondern zunehmend schlechter wird“.
Schon bei den Sommerspielen in Paris hatte der DOSB seinen Sportlerinnen und Sportlern die KI-Unterstützung angeboten. Damals waren rund 4.000 Hass-Kommentare ausgefiltert worden. „Das KI-System erkennt Beleidigungen, Drohungen sowie rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte in Echtzeit – in bis zu 30 Sprachen und 25 Kategorien“, teilte der DOSB mit. In Zusammenarbeit mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität würden besonders drastische Inhalte an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet.
Bei den Winterspielen machten unter anderem Ski-Rennfahrerin Emma Aicher, Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund auf Hass-Botschaften aufmerksam – und Biathletin Vanessa Voigt.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke