Er ist der erste offen transsexuelle Athlet bei Olympischen Winterspielen. Elis Lundholm feiert in Italien seine Olympia-Premiere und startet für Schweden im Ski-Freestyle auf der Buckelpiste. Das Besondere: Lundholm wurde als Frau geboren, identifiziert sich aber als Mann und geht im Frauen-Wettbewerb ins Rennen.

An diesem Dienstag (14.15 Uhr) startet Lundholm in der Qualifikation und kämpft um den Einzug ins Finale am Mittwoch (14.15 Uhr). „Es war immer mein Traum, zu den Olympischen Spielen zu fahren, es fühlt sich einfach unglaublich an. Ich konnte es nicht fassen, ich bin überglücklich“, sagt der 23-Jährige.

Der Ski-Freestyler hat sich bisher keiner geschlechtsangleichenden Operation unterzogen. Daher würden bei ihm die gleichen sportlichen Voraussetzungen vor wie bei Frauen vorliegen, so das Schwedische Olympia-Komitee (SOK). Und auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) teilt mit: „Elis Lundholm tritt in der Frauenkategorie an, was dem Geschlecht dieser Athletin entspricht.“

2021 hatte Lundholm sein Coming-out

Der Schwede aus Värmdö, einer Gemeinde direkt vor den Toren der schwedischen Hauptstadt Stockholm, fühlte sich schon immer als Mann. Doch erst vor fünf Jahren machte er sein Coming-out offiziell. In der Buckelpisten-Szene hatte er nie Probleme, bei den Frauen anzutreten. „Ich bin immer gut behandelt worden“, erklärt Lundholm.

Dass er bei den Frauen startet, ist für ihn kein Problem. „Ich hatte mein Coming-out und mich als Mann identifiziert. Aber ich trete bei den Frauen an, weil sie die gleichen Voraussetzungen wie ich haben. Und das ist für alle auch okay“, so der Olympiastarter beim schwedischen TV-Sender SVT. In einem Interview mit der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet erklärt er: „Ich kann mich glücklich schätzen, dass mit mir so gut umgegangen wurde. Ich weiß, dass es einige Reaktionen geben wird, aber das macht mir keine Sorgen.“

Unterstützung erhält Lundholm auch von Funktionärsebene. „Es ist wichtig, dass der Sport Platz für alle bietet und Wettbewerbe unter fairen Bedingungen stattfinden“, sagt SOK-Sportdirektor Fredrik Joulamo. „Elis hat die Voraussetzungen erfüllt, um für Schweden in Italien anzutreten, und wir hoffen, dass Elis auch künftig bei weiteren Olympischen Spielen für Schweden starten wird.“

Seine bislang beste Weltcup-Platzierung feierte Lundholm im Dezember 2025 im finnischen Ruka mit Rang 18. Und jetzt lebt der Europacup-Gesamtsieger der vergangenen Saison (sechs Weltcup-Starts) mit der Olympia-Teilnahme seinen Traum.

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