Erstes Gold für Deutschland – Rodler Langenhan triumphiert
Was für eine Triumphfahrt! Als Letzter des olympischen Rodelwettbewerbs und damit als Führender nach drei Läufen mit jeweils neuem Bahnrekord stürzte sich Max Langenhan auf seinem Schlitten den Eiskanal hinunter. Nur einmal noch musste er eine exzellente Fahrt hinlegen, einmal noch 53 Sekunden – dann würde er den größten Erfolg seiner Karriere feiern können. Hier in Cortina d’Ampezzo. Alle Augen waren auf den 26-Jährigen gerichtet, im Zielbereich versammelte sich die deutsche Mannschaft vor einem Bildschirm, an der Bahn und auf der Zieltribüne fieberten etliche deutsche Fans mit, darunter Langenhans Fanclub aus Thüringen.
Knapp drei Zehntelsekunden Vorsprung hatte er auf den Österreicher Jonas Müller – viel, doch nichts ist jemals sicher. „Der Max ist eine coole Socke“, sagte Bundestrainer Patrick Leitner nun. „Ich bin davon überzeugt, dass er es packt.“ Und Langenhan lieferte tatsächlich ab, als wäre Nervosität ein Fremdwort für ihn. Der Weltmeister von 2024 und 2025, der in dieser Saison zwar sechsmal auf dem Podest, aber kein einziges Mal ganz oben stand, vollbrachte im Zeichen der olympischen Ringe sein Meisterstück: Um 19.11 Uhr raste er als Olympiasieger und mit dem vierten Bahnrekord im vierten Lauf ins Ziel. Felix Loch, der kurz vorher weinend in den Armen seines Vaters versunken war, war der erste Gratulant, umarmte ihn und sagte nur: „Geile Sau! Genieß es, genieß es!“
Nach dem Silber von Skirennfahrerin Emma Aicher zur Mittagszeit und Bronze durch die Mixed-Staffel im Biathlon holte Langenhan damit das erste Gold dieser Winterspiele für die deutsche Mannschaft. Für die Sportler des Bob- und Schlittenverbandes, die Erfolgsgaranten Deutschlands bei Winterspielen, ein Start nach Maß. Der Eiskanal, er könnte zu ihrer Goldgrube werden.
Dabei war es eigentlich Felix Loch und nicht Langenhan gewesen, der hier als Favorit auf Gold gegolten hatte. War Loch doch so stark in die Saison gestartet wie lange nicht mehr und als Weltcupführender nach Cortina gereist. Der 36-Jährige aber erlebte am Samstag und Sonntag bittere Momente, wurde am Ende Sechster. Silber ging an den Österreicher Müller vor dem Italiener Dominik Fischnaller. Der Chemnitzer Timon Grancagnolo wurde Neunter.
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