„Alles ist super, nur ein Fernseher und Schreibtisch wären schon schön“, sagt der Bundestrainer
Es mutet schon kitschig an. Zwischen den kleinen Häusern türmt sich der Schnee einen halben Meter hoch und die Eiszapfen, die an den Dächern gewachsen sind, reichen beinahe bis zum Boden. Pünktlich vor dem Start der Olympischen Winterspiele hat in Cortina d’Ampezzo starker Schneefall eingesetzt und das olympische Dorf, das wenige Kilometer außerhalb des berühmten Wintersportortes in Fiames liegt, in ein Winterwunderland verzaubert.
Das IOC hat sich für die Winterspiele Nachhaltigkeit auf die olympische Fahne geschrieben. Im Dorf wird dies wirklich umgesetzt. Die Athleten, Trainer und Funktionäre wohnen in 350 Tiny Houses, die nach den Spielen wieder abtransportiert werden. Sämtliche Häuser sind bereits verkauft und werden unter anderem auf Campingplätzen in Italien eine neue Heimat finden. Das Stück kostet um die 90.000 Euro. Mensa, Aufenthaltsräume, Büros und der Empfangsbereich sind in Leichtbau-Hallen errichtet worden. Sie werden direkt nach den Winterspielen abgebaut.
Die olympische Familie muss in ihrem Zuhause auf Zeit zusammenrücken. Die Zimmer sind spartanisch. Auf neun Quadratmeter stehen zwei Betten, zwei Nachttische, ein Schrank. Der Handtuchhalter ist der größte Luxus im kleinen Badezimmer. „Die Zimmer sind okay. Ich denke, das reicht vollkommen aus. Es ist warm. Aber man muss sich schon gut mit seinem Zimmerpartner verstehen“, sagt Skeleton-Bundestrainer Christian Baude, der sich das Tiny House mit seinem Assistenten David Lingmann teilt.
Baude hat nur einen Kritikpunkt an seiner Unterkunft: „Ein Fernseher und ein Schreibtisch wären schon schön gewesen. Aber es reicht aus.“ So arbeitet der 43-Jährige in seinem Bett sitzend am Laptop.
„Alle schwärmen von der Verpflegung“
So spartanisch die Zimmer sind, so opulent ist das Essen. War die Verpflegung der Sportler bei vergangenen Olympischen Spielen oft ein Kritikpunkt, erfüllen die Italiener den ihnen vorauseilenden Ruf hier komplett. Pasta, Pizza, Lasagne, Lachs, ein großes Salatbuffet, eine riesige Auswahl an Obst – die große Mensa, die im Zentrum des Dorfes aufgebaut wurde, lässt keine Wünsche offen. „Von der Verpflegung schwärmen alle“, sagt Baude.
Für Ablenkung soll die große Halle mit Kicker, Shuffleboard, Fotobox und Piano sorgen – der Hauptsponsor macht es möglich. „Man kriegt einen Tag hier schon rum. Langweilig wird es einem hier nicht. Außerdem sind wir auch zum Arbeiten hier“, sagt Baude.
Das Dorf, das 1400 Bewohnern Platz bietet, wird seiner Bezeichnung gerecht – sogar ein Krankenhaus mit integrierter Zahnarztpraxis wurde aufgebaut. Und da bei 16 Tagen Aufenthalt eine Menge Wäsche anfällt, stehen für Trainer, Sportler und Betreuer im Waschcenter Maschinen bereit. Waschen, trocknen und bügeln müssen sie aber selbst.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke