Das deutsche Tischtennis hat zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Monaten eine Junioren-Weltmeisterin. Genau ein Jahr nach dem Titelgewinn von Annett Kaufmann im Einzel holten Mia Griesel vom TTC Berlin Eastside und Anna Hursey aus Wales völlig überraschend WM-Gold im Doppel. Die beiden besiegten die favorisierten Chinesinnen Zong Geman und Qin Yuxuan nach einem 0:2-Satzrückstand und der Abwehr von drei Matchbällen im U19-Finale noch mit 3:2. Das kam einer Sensation gleich.

„Ich bin sehr glücklich und kann es noch gar nicht fassen“, sagte die 19-jährige Griesel nach dem Triumph im rumänischen Cluj. Zusammen mit Hursey gewann sie in diesem Jahr bereits die U21-Europameisterschaft im Doppel. Außerdem gehörte sie zusammen mit Kaufmann zum deutschen Nationalteam der Frauen, das im Oktober in Zadar den Titel bei der Team-EM holte.

„Das war eine unfassbare Aufholjagd“, sagt die Tischtennis-Bundestrainerin

Bundestrainerin Lara Broich war voll des Lobes. „Das Spiel hatte einen ganz eigenen Verlauf. In den ersten zwei Sätzen haben Anna und Mia überhaupt nicht in ihren Rhythmus gefunden und auch wenige Bälle auf den Tisch gespielt“, bilanzierte sie: „Dann haben sie alle Kräfte mobilisiert, sowohl in den Satzpausen als auch am Tisch. Ab dann haben sie selbst agiert statt zu reagieren. Das war eine unfassbare Aufholjagd. Drei Matchbälle abzuwehren, besonders gegen China, ist wirklich richtig stark – in diesem Fall sogar weltmeisterlich.“

Griesel und Hursey bewiesen jedenfalls Nervenstärke sondergleichen. Die beiden kennen sich gut, sind befreundet, eingespielt. Im Finale mussten sie die ersten beiden Sätze mit 4:11 und 5:11 zuerst relativ klar abgeben. In den dritten Satz fanden beide deutlich besser, gingen in Führung – zwischenzeitlich stand es 8:2. Zwar gelang den Chinesinnen eine Aufholjagd, der Satz ging dennoch mit 11:7 an die deutsch-walisische Kombination.

Im vierten Satz gelang dann der Ausgleich mit 11:8. Der Entscheidungssatz war dann endgültig der letzte Grund, aus dem das Match in die Kategorie Nervenkrimi eingeordnet werden konnte. Nach einem 2:0-Vorsprung nahmen die zurückliegenden Chinesinnen eine Auszeit, nutzten sie gut und drehten zwischenzeitlich auf 3:2. Auch im weiteren Verlauf des Satzes behielt die Konkurrenz immer wieder die Oberhand, die Chinesinnen hatten schließlich mit 10:8 zwei Matchbälle, die Griesel und Hursey abwehrten.

„Wir haben zugesehen, dass wir Punkt für Punkt spielen und sind dann sehr gut in den dritten Satz gestartet. Vielleicht sind die anderen dadurch etwas nervöser geworden und haben etwas unpräziser gespielt, was wir dann direkt ausnutzen konnten“, sagte Griesel.

In der Satzverlängerung ging es hin und her. Ein deutsch-walisischer Matchball konnte nicht genutzt werden – der folgende chinesische allerdings auch nicht. Beim Stand von 13:12 dann die Erlösung: Der von Qin gespielte Ball touchierte das Netz und ging ins Aus.

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