„Uli, wann wird es auch dir endlich klar?“ – Bayern-Fans sticheln gegen Hoeneß
Die Fans des FC Bayern üben beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli Kritik an Ehrenpräsident Uli Hoeneß. In der Südkurve wurde ein Banner ausgerollt. Darauf zu lesen: „Uli, wann wird es auch dir endlich klar ... Fußball in Deutschland – ohne 50+1 nicht vorstellbar!“
Hintergrund: Hoeneß hatte im „OMR“-Podcast zuletzt die Abschaffung der 50+1-Regel gefordert. „Ich glaube, über kurz oder lang muss in Deutschland die 50+1-Regelung fallen. Das ist nicht wichtig für Bayern München, denn wir können mithalten mit unseren Möglichkeiten“, sagte er und fügte hinzu: „Insofern kann ich mich sehr dafür einsetzen, ohne eigene Vorteile zu erzielen. Ich glaube einfach, dass es für viele Vereine hilfreich wäre, wenn sie internationales Geld einnehmen könnten.“
Durch die 50+1-Regel wird die mehrheitliche Übernahme von Klubs durch Investoren in der Bundesliga bislang verhindert. Die aktiven Fanszenen vor allem der deutschen Traditionsklubs sind große Verfechter der Regelung.
Hoeneß richtete in dem Podcast zudem einen Appell an Hans-Joachim Watzke, den Aufsichtsratschef der Bundesliga und frischgewählten BVB-Präsidenten: „Ich hoffe, dass Herr Watzke, der ja ein großer Gegner ist, sich irgendwann mal breitschlagen lässt, darüber vernünftig nachzudenken.“ Die Bayern-Fans haben da eine andere Meinung zu.
Neue Proteste auch gegen Politiker
Auch abseits des Hoeneß-Plakats zeigten sich die Bayern-Anhänger aktiv und sendeten Protestbotschaften angesichts möglicher neuer Sicherheitsmaßnahmen der Politik in deutschen Stadien. Über das Thema wird vom 3. bis 5. Dezember bei der Herbsttagung der Innenministerkonferenz in Bremen diskutiert. Im Gespräch waren zuletzt unter anderem personalisierte Tickets bei Fußballspielen und eine Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien, beides Tabu-Themen für die Ultras.
Die Bayern-Fans zeigten ein Plakat in Richtung des bayrischen Innenministers Joachim Herrmann. „Populismus können wir genauso. Unschuldsvermutung auch für Fans statt nur für CSU-Amigos“, stand darauf geschrieben. Herrmann hatte in der Vergangenheit schärfere Maßnahmen in Stadien gefordert.
Ein anderes Plakat richtete sich gegen Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), der die Arbeitsgruppe (BLoAG) „Fußball ohne Gewalt“ leitet. „Grote schwingt wieder seinen Unverhältnismäßigkeitspimmel“, hieß es neben einer Abbildung des Politikers, der ihn mit einem Schlagstock zeigt. Grote gilt als Hardliner.
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