Spektakuläre Eintracht setzt das nächste Ausrufezeichen
Die Bundesliga hat einen neuen Arjen Robben. Der Frankfurter Neuzugang Doan trifft in Hoffenheim spektakulär. Die Eintracht überzeugt erneut. Ohne Woltemade trifft Stuttgart spät gegen Gladbach. Leverkusen vergibt in Bremen ein 3:1 in Überzahl. RBL zeigt sich von der Demütigung in München erholt.
Die Bundesliga hat einen neuen Arjen Robben. Der Frankfurter Neuzugang Doan trifft in Hoffenheim spektakulär. Die Eintracht überzeugt erneut. Ohne Woltemade trifft Stuttgart spät gegen Gladbach. Leverkusen vergibt in Bremen ein 3:1 in Überzahl. RBL zeigt sich von der Demütigung in München erholt (alle Highlights der Spiele inklusive der Doan-Show jetzt auf RTL+).
TSG Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 1:3 (0:2)
Dreier im gefühlten Heimspiel und ein überragender Neuzugang: Eintracht Frankfurt hat auch am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga auf ganzer Linie überzeugt und einen verdienten Sieg eingefahren. Bei der TSG Hoffenheim siegte der Champions-League-Teilnehmer mit 3:1 (2:0), die vielen mitgereisten Fans sorgten für Frankfurter Heimspielcharakter im Kraichgau. Mann des Tages war Neuling Ritsu Doan.
Der Japaner brachte die Eintracht mit seinem Doppelpack (17., 27.) früh auf Kurs zweiter Saisonsieg gegen gut mitspielende Hoffenheimer, den Treffer von Can Uzun (51.) legte er auf. Die neu formierte TSG musste nach dem überraschenden 2:1-Sieg zum Auftakt bei Bayer Leverkusen den ersten Dämpfer hinnehmen, der späte Treffer von Grischa Prönel (90.+1) blieb nur Randnotiz. Stattdessen glänzt Frankfurt weiter mit einer perfekten Ausbeute und ansehnlichem Offensivfußball.
Hoffenheims Trainer Christian Ilzer hatte sich von dem "Duell zweier Gewinnermannschaften" im Vorfeld ein "hochattraktives Spiel" versprochen - und er sollte recht behalten. Seine Mannschaft begann vor 30.150 im ausverkauften Stadion von Sinsheim mutig und hielt gut mit, die SGE stand aber defensiv stabil und profitierte von einem Geniestreich Doans. Der Japaner zirkelte den Ball aus 18 Metern sehenswert in die lange Ecke und verschaffte Frankfurt gegen stark anlaufende Gegner die nötige Ruhe.
Zehn Minuten später vollendete Doan einen klugen Konter für die höchst effektive SGE, die schon vor der Pause alles hätte klar machen müssen. Doch Elye Wahi, der für den angeschlagenen Jonathan Burkardt im Sturm begann, brachte den Ball nach einer scharfen Hereingabe von Fares Chaibi aus wenigen Zentimetern nicht über die Linie (36.).
Die TSG hielt zeitweise gut mit, nur die Effizienz des Gegners konnten die Gastgeber nicht vorweisen. Fisnik Asllani (29.) verfehlte mit seinem Schuss knapp das Tor von Michael Zetterer, der erneut begann. Vor Asllanis vermeintlichen Anschlusstreffer (40.) stand dann Passgeber Tim Lemperle im Abseits.
Auch nach der Pause blieb die TSG bemüht und lief munter an - doch Uzun entschied die Partie. Der wie schon am ersten Spieltag auffällige Jungstar brachte den Ball nach Zuspiel von Doan an Keeper Oliver Baumann vorbei und die Frankfurter Party damit endgültig ins Rollen. Daran änderte auch Prömels Treffer nichts mehr.
VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)
Im Spiel eins nach dem Rekordtransfer von Nick Woltemade ist dem sportlich geschwächten VfB Stuttgart ein erfolgreicher Auftakt vor eigenem Publikum gelungen. Trotz unübersehbarer offensiver Defizite gelang den Schwaben nach dem 1:2 am ersten Spieltag ein mühsames 1:0 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach. Nach dem 1:2 am ersten Spieltag bei Union Berlin gehen die Schwaben mit viel Geld, aber Lücken im Kader in die Länderspielpause.
Der eingewechselte Chema (79.) erlöste den VfB - neben dem Abgang von Woltemade machte sich bei der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß aber auch der Abgang von Enzo Millot nach Saudi-Arabien (30 Millionen Euro), zu allem Überflug musste Deniz Undav in der 14. Minute verletzt aufgeben. Die offensiv harmlosen Gäste konnten diese Defizite der Stuttgarter nicht nutzen und warten nach dem 0:0 zum Auftakt gegen den Hamburger SV weiter auf den ersten Treffer in dieser Saison.
Zusätzlich emotional aufgeladen durch eine imposante Choreo vor dem Anpfiff, mit der "100 Jahre Brustring" auf dem Trikot gefeiert wurden, wollte der VfB beweisen: Es geht auch ohne Offensivallrounder Woltemade. "Jetzt ist endlich mal Ruhe mit dem ganzen Woltemade-Hin-und-Her", sagte Jamie Leweling vor dem Anpfiff bei Sky. Nach einigen guten Gelegenheiten klappte es wenigstens beim Treffer von Chema.
Für dieses eine Spiel, hatte Hoeneß zuvor gemutmaßt, könne der "herbe Verlust" von Woltenmade kompensiert werden - danach allerdings müsste der Kader bis zum Transferschluss am Montag noch verstärkt werden. Was Hoeneß da noch nicht wusste: Weil ihm Gladbachs Shuto Mochino unglücklich ins linke Bein gefallen war, fehlte früh im Spiel auch Undav.
Für Undav kam Chris Führich, Tiago Tomás rückte in die Zentrale: Beide zeichneten umgehend verantwortlich für die erste große Chance des VfB, nach Vorlage von Führich parierte Torhüter Moritz Nicolas den Schuss des aus Wolfsburg zurückgekehrten Portugiesen (17.). Gladbach? Vergab die Führung, als Philipp Sander an Alexander Nübel scheiterte (25.).
Ohne Undav, Woltemade und Millot blieb beim VfB in der Offensive vieles Stückwerk. Darüber hinaus stand die Abwehr, für die erneut Jeff Chabot und Luca Jaquez nicht zur Verfügung standen, nicht gerade sicher, ausgenommen der äußerst aufmerksame Nübel. Die defensiv gut sortierten Gladbacher waren freilich viel zu schwach im Abschluss, um dem VfB zu schaden - etwa, als Kevin Stöger freistehend über das Tor schoss (51.). Chema, Sommer-Zugang aus dem Nachwuchs von Real Madrid, machte es besser, per Kopf traf er zur Führung.
Werder Bremen - Bayer Leverkusen 3:3 (1:2)
Den Spielbericht der wilden Partie finden Sie hier.
RB Leipzig - 1. FC Heidenheim 2:0 (0:0)
RB Leipzig hat nach der Auftakt-Klatsche bei Bayern München die erhoffte Reaktion gezeigt. Bei der Heimpremiere von Trainer Ole Werner setzten sich die Sachsen ohne den nach England abgewanderten Spielmacher Xavi Simons mit 2:0 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim durch und betrieben damit nach dem misslungenen Saisonstart vor den eigenen Fans etwas Wiedergutmachung. Christoph Baumgartner (48.) und Neuzugang Romulo (78.) bescherten den Leipzigern am zweiten Spieltag den ersten Sieg - eine Woche zuvor war RB mit 0:6 beim Rekordmeister aus München im Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga untergegangen.
In München hatte Offensivspieler Simons noch auf dem Platz gestanden. Nur einen Tag vor der Partie gegen die noch punktlosen Heidenheimer war jedoch der Wechsel des niederländischen Nationalspielers zum Premier-League-Klub Tottenham Hotspur offiziell geworden. Werner hatte aber bereits im Vorfeld betont, dass Leipzig im Falle eines Abgangs "eine klare Idee" habe und den Fokus auf das Sportliche gelegt: "Der klare Auftrag" nach dem Bayern-Spiel laute, eine Reaktion zu zeigen, als Mannschaft müsse man sich "in einer anderen Art und Weise präsentieren".
Dafür veränderte der RB-Coach seine Startformation auf vier Positionen im Vergleich zum Debakel in München. Unter anderem vertraute Werner auf Baumgartner, der sich gleich zu Beginn hellwach zeigte. FCH-Keeper Diant Ramaj spielte Niklas Dorsch an, dem der erste Kontakt kurz vor dem eigenen Tor misslang. Baumgartner warf sich dazwischen, grätschte den Ball aber knapp am Tor vorbei (5.).
Auf der Tribüne sah Jürgen Klopp, Head of Global Soccer des Red-Bull-Konzerns, wie Leipzig zunächst mehr vom Spiel hatte, defensiv präsentierte sich RB jedoch wacklig. Das nutzten die Gäste, die zum Saisonstart ebenfalls eine Niederlage gegen den VfL Wolfsburg (1:3) kassiert hatten, aus: Gleich zweimal musste Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi gegen Mathias Honsak retten.
Heidenheim blieb in der Folge weiter mutig, Leipzig offenbarte immer wieder große Lücken. Nach einer munteren Anfangsphase beruhigte sich das Spiel etwas und RB übernahm wieder die Kontrolle. Die offensiven Bemühungen der Gastgeber blieben jedoch ohne Erfolg, unter anderem scheiterte Romulo an Ramaj (33.). Kurz nach der Pause erlöste Baumgartner die Leipziger aus spitzem Winkel schließlich nach einem langen Ball von Kapitän David Raum. Die Chance zum zweiten Tor vergab der Österreicher wenig später, als er nach einem Eckball per Kopf nur die Latte traf (66.). Heidenheim versuchte sich zu wehren, doch RB machte zunächst weiter Druck. Romulo sorgte sehenswert per Hacke für die Entscheidung.
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