Out of Villach – Diese Radtour verbindet 5 herrliche Badeseen in Kärnten
Mit Anlauf vom Steg ins Wasser springen. Unter einem Sonnenschirm bei Seeblick entspannen. Oder in einem Boot umhergleiten: Sommer-Feeling in Kärnten. Das „Land der 1000 Gewässer“, wie sich Österreichs südlichstes Bundesland selbst gern nennt, ist berühmt für seine erstklassigen Bade- und Wassersportoasen. Fast alle haben Trinkwasserqualität. Viele locken mit Südseefarben und hochsommerlichen Wassertemperaturen von rund 25 Grad.
20 der schönsten erschließt die Kärntner Seen-Schleife, ein Radweg in Form einer Acht mit Start- und Mittelpunkt in Villach. 420 Kilometer, verteilt auf acht Tagesetappen, bieten unterschiedliche Ausblicke, Attraktionen und Wirtshäuser. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Seen selbst – diese fünf lohnen sich besonders, jeder davon ist durchaus eine eigene Reise wert.
Ossiacher See: Eingebettet in Berggipfel
Ein Segelboot zieht fast lautlos vorbei, Kinder planschen im Wasser, über allem schweben Paraglider. Kärntens drittgrößter See ist von Villach aus das erste Ziel der Radweg-Schleife, die sich einmal komplett an seinen Ufern entlangzieht, und ein Höhepunkt: Wie ein langgezogenes Tal liegt der Ossiacher See mit seinem grünlichen Wasser unterhalb des knapp 2000 Meter hohen Gerlitzen-Bergmassivs, das man mit der Kanzelbahn schnell erreichen kann.
Bei klarem Wetter bietet die Gerlitzen Wanderern Aussicht bis zum Großglockner, mit 3798 Metern über der Adria Österreichs höchster Gipfel. Dem See beschert das besondere Zusammenspiel mit den nahen Bergen perfekte Windverhältnisse für Segler, Surfer und Paraglider, die hier das beste Revier unter den großen Kärntner Badeseen finden.
Man kann sich natürlich auch umherschippern lassen: Acht Anlegeplätze steuern die Ausflugsschiffe an. Hop-on, hop-off mit Blick auf die Berge. So erreicht man zum Beispiel Stift Ossiach, Kärntens ältestes Mönchskloster, gegründet im Jahr 1024. „Winnetou“-Erfinder Karl May spendete der historischen Kirche, die im Jahr 1028 erstmals urkundlich erwähnt wurde, zwei Glasfenster. Heute ist das Kloster Sitz der Carinthischen Musikakademie und rund ums Jahr Spielort für Konzerte und Festivals.
Weiter Blick: Ausflügler auf der Gerlitzen, unten im Tal der Ossiacher SeeIm nahen Restaurant „Stiftsschmiede“ (14 Gault-Millau-Punkte) laden Gerhard Satran und Sohn Florian zu regionaler Spitzenkulinarik, wobei der heimische Saibling im Ganzen an der Feuerstelle der alten Esse gegrillt wird. Wer hingegen am Anleger Landskron aussteigt, kann zur Burg Landskron hinaufwandern, einer der mächtigsten Wehrburgen Kärntens. Als beliebtes Ausflugsziel bietet sie Greifvogel-Flugschauen, ein begehbares Affengehege und auf der Panoramaterrasse Gastronomie mit traditioneller Küche, von Wiener Schnitzel bis Kaiserschmarrn.
Zum Baden und Entspannen locken schöne Seezugänge und teils kostenfreie Strandbäder. Einen Privatstrand, einen eigenen Badesteg und ein Spa bietet das „Seehotel Urban“. Direkt gegenüber serviert das urige Gasthaus „Urbaniwirt“ in einem über 200 Jahre alten Bauernhaus exzellente Wirtshausküche, vom Schweinsbratl bis zur Kärntner Kasnudel. Und auch für Camper ist der Ossiacher See mit zwölf Plätzen eine prima Wahl.
Infos: visitvillach.at/de/gerlitzen-alpe-ossiacher-see.html; Schifffahrt: ossiachersee-schifffahrt.at
Millstätter See: Kärnten mit Tiefgang
Der wassereichste und zweitgrößte See in Kärnten ist zugleich der tiefste: Bis zu 141 Meter misst die Wassersäule. Wer mag, kann den Millstätter See komplett durchschwimmen: Die „Villa Postillion“ bietet im Sommer einmal wöchentlich diese einmalige Erfahrung an, mit zwei Beibooten und einem Rettungsschwimmer – sicher ist sicher.
1041 Meter sind es vom Nord- bis zum Südufer des Sees. Beim Testschwimmen ist das Wasser mit 24 Grad perfekt temperiert, die Oberfläche spiegelglatt, fast wie im Schwimmbad. Dort könnte man 20 Bahnen à 50 Meter zählen, im See hingegen weiß man nicht genau, wie viel man schon bewältigt hat. Bis zum Zuruf vom Hotelchef Peter Sichrowsky, der die Tour begleitet: „Jetzt sind wir ungefähr auf der Hälfte.“
Idyllischer Ort: Millstatt am Millstätter SeeEr nimmt seine Gäste gern auch zum Fischen mit. Die kulinarische Berühmtheit des Millstätter Sees ist die Reinanke, eine Felchen-Art. In dem tiefen, sauerstoffreichen Gewässer findet der lachsartige Fisch ideale Bedingungen, sehr zur Freude der Angler (Angelschein erforderlich) und der Lokale rund um den See, die den frischen Tagesfang traditionell zubereiten: entweder zart mehliert in der Pfanne in Butterschmalz knusprig gebraten oder lauwarm geräuchert.
Insgesamt leben 21 Fischarten in dem trinkwasserreinen See, dessen Ost-West-Ausdehnung stolze 11,5 Kilometer beträgt. Diese Distanz wäre für Gelegenheitsschwimmer kaum zu bewältigen, die gut einen Kilometer lange Nord-Süd-Strecke meistern Amateure dagegen in durchschnittlich 30 Minuten.
Wer einfach nur schwimmen gehen will: Das geht auch, es gibt sieben Strandbäder, dazu freie Zugänge zum Ufer. Außerdem haben mehrere Hotels direkten Seezugang, neben der „Villa Postillion“ auch das „Seeglück Hotel Forelle“ oder die mediterran anmutende „Villa Verdin“ mit ihrer bezaubernden Strandbar.
An Kärntens Radwegenetz ist der Millstätter See übrigens gut angebunden: Die Seenschleife führt am kompletten Nordufer entlang.
Infos: millstaettersee.info
Weissensee: Genuss im Gebirge
Eine Fahrrad-Tagesetappe weiter liegt der Weissensee, ebenfalls direkt an der Seenschleife. Per Auto (oder zu Fuß für Wanderer) ist er natürlich auch zu erreichen. Er ist Kärntens höchstgelegener Badesee, dessen Wassertemperatur im Sommer bis zu 24 Grad erreicht, trotz seiner Höhenlage auf knapp 1000 Metern. In seinem Wasser tummeln sich nicht nur Badende, sondern auch jede Menge Fische, darunter die Weissensee-Forelle, die als besonders zart gilt und mild im Geschmack ist.
Für Hannes Müller, Küchenchef und Inhaber des Genusshotels „Die Forelle“, passt sie bestens in seine Slow-Food-Küche. „Wir verzichten auf internationale Luxusprodukte, weil wir das Beste aus unserer Region verarbeiten“, sagt Österreichs Gault-Millau-Koch des Jahres 2025.
Schön ruhig: Stand-up-Paddler auf dem Weissensee, Motorsport findet kaum statt„Berg.See.Küche“ nennt er sein Handwerk. Wie der Name verrät, geben die Berge dem See den Rahmen. Entgegen seinem Namen schimmert der Weissensee allerdings smaragdgrün bis türkisblau, was die Badelust steigert. Wie der Millstätter See ist er gut elf Kilometer lang, an manchen Stellen aber nur hundert Meter breit – wie gemacht also fürs Durchschwimmen. Wassersport ist erlaubt, findet aber in erfreulich geringem Umfang statt, was den Weissensee zu einem sehr ruhigen Ort macht.
Dazu passt, dass der glasklare, bis zu 100 Meter tiefe See vielerorts unverbaut ist, mit schönen Buchten, Fußgänger- und Radwegen. Der Motorbootverkehr ist stark eingeschränkt, große Hotelanlagen fehlen. Dafür bieten viele Pensionen ihren Gästen einen hauseigenen, kostenlosen Badestrand an, direkt vor der Haustür.
Infos: weissensee.com
Faaker See: Ein Hauch Südsee
Unweit von Villach führt die Kärntner Seen-Schleife Radurlauber zum Faaker See, dem südlichsten in Kärnten, ungefähr dort gelegen, wo Österreich mit Italien und Slowenien ein Dreiländereck bildet. Das Wasser ist durch Kalksteinpartikel leuchtend türkis, am Faaker See kommt man sich vor wie in der Karibik oder Südsee.
Motorboote sind nicht erlaubt, und wenn nicht gerade die Motorradwoche European Bike Week im September ist, das größte Harley-Davidson-Treffen des Kontinents, hört man nur Wellen plätschern und Vögel singen.
Kühner Sprung: Wasserspaß am Faaker SeeKurios: Jeder Tropfen des Sees ist im Privatbesitz von zwei Wiener Familien, an die die Anrainer jedes Jahr ein paar Hundert Euro bezahlen müssen. Die meisten Urlauber wissen nichts davon. Müssen sie auch nicht, denn entweder hat ihr Hotel die Nutzungsgebühr bezahlt oder die Strandbäder, von denen es fünf gibt. Wer einen der freien Seezugänge nutzt, die man zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht, muss natürlich auch nichts löhnen.
Privateigentum ist auch das autofreie Eiland inmitten des Sees, auf dem Österreichs einziges Inselhotel liegt. Wer sich hier einbucht, fühlt sich fast wie in Polynesien – per Wassertaxi geht es über die exotisch türkisfarbenen Wellen hinüber zum Urlaubseiland.
Zu der Reihe von Besitzern des Faaker Sees samt Insel gehörten ab 1831 die Fürsten von Liechtenstein, die diesen Besitz 1918 an Ludwig Wittgenstein senior verkauften, einen Onkel des berühmten Philosophen. Über Adoption und Erbschaft ging er schließlich an die Familien Bucher und Catasta, denen er bis heute gehört.
Infos: visitvillach.at/de/faaker-see.html
Wörthersee: Mehr als nur Star-Badewanne
Der Wörthersee, mit einem Augenzwinkern auch „Lago di Bonzen“ genannt, ist der berühmteste See in Kärnten – und der exklusivste. Ein Espresso an der Promenade von Velden kostet schon mal sieben Euro. Mit einem Edel-SUV oder Cabrio fällt man hier nicht auf. Radfahrer sind natürlich trotzdem willkommen: Die Seenschleife führt am Nordufer entlang und direkt durch Veldens Ortszentrum.
Von der Seepromenade hat man ein wunderbares Panorama auf das fast unwirklich strahlende Türkis des Sees, das schon zu k.u.k. Zeiten Sommerfrischler begeisterte. Darunter der Komponist Gustav Mahler, der ab 1900 Besitzer einer Villa am Seeufer in Maiernigg war; sein nahegelegenes Arbeitshäuschen ist heute ein Museum. „Man komponiert hier nicht, man wird komponiert. „Der Wörthersee ist ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien“, schrieb er.
Seit den 1950er-Jahren ist dieser See beliebte Sommerkulisse der Reichen und Berühmten, der Schauspieler und Künstler, der Industriellen und Politiker. Unter ihresgleichen fühlen sich die Promis offenbar wohl, wie ein Fisch im Wasser.
Standesgemäß residieren die meisten im „Falkensteiner Schlosshotel Velden“, einem Fünf-Sterne-Palast direkt am Ufer, der TV-Fans ein Begriff sein dürfte: Das Haus war in den 1990er-Jahren Schauplatz von „Ein Schloß am Wörthersee“, einer leichtfüßigen Kultserie mit Roy Black, Pierre Brice, Uschi Glas, Julia Biedermann.
Springen, jubeln, planschen: Spaß am Wörthersee, Österreichs „Badewanne“Trotzdem ist „Österreichs Badewanne“ – dieser Spitzname spielt auf die warmen Wassertemperaturen an – auch ein Platz für Familien und Menschen ohne dicke Geldbörsen. Es gibt Pensionen, kleine Hotels und Campingplätze, wo Badegäste aus ganz Europa sich auf Luftmatratzen sonnen, im Strandcafé in die Sonne blinzeln oder in die Wellen hüpfen. Herkunft und Geld spielen keine Rolle, alle genießen einfach die Schönheit dieses Sees, über den „die Melodien fliegen“ und natürlich Möwen – wie es sich gehört für ein Gewässer mit karibischer Anmutung.
Infos: woerthersee.com
Tipps und weitere Informationen:
Wie kommt man hin? Villach ist von Deutschland aus gut erreichbar per Zug, Bus, Auto oder über den Flughafen Klagenfurt. Ab München fahren Züge ohne Umsteigen nach Villach, Velden und Klagenfurt.
Wo wohnt man gut? „Seehotel Urban“ am Ossiacher See, vier Sterne, Privatstrand, Badesteg, Restaurant, Doppelzimmer mit Frühstück ab 126 Euro (seehotelurban.com). „Villa Postillion“ am Millstätter See, vier Sterne Superieur, Strand, Badestege, Infinitypool zum See, Sauna, Ruderboote, gute Küche, Doppelzimmer mit Frühstück ab 238 Euro (villa-postillion.at). „Die Forelle“ am Weißensee, vier Sterne, sehr gutes Restaurant, schöne Saunen, Doppelzimmer mit Vollpension ab 414 Euro (dieforelle.at). „Inselhotel“ im Faaker See, einmalige Insel-Lage mit eigenem Seezugang, vier Sterne, Restaurant, Doppelzimmer mit Frühstück ab 359 Euro (inselhotel.at). Das luxuriöse „Falkensteiner Schlosshotel Velden“ liegt direkt am Wörthersee, fünf Sterne, Fine Dining, Spa, drei Pools, Beach-Club, Doppelzimmer mit Frühstück ab 342 Euro (falkensteiner.com).
Freizeitaktivitäten: Für Radurlauber empfiehlt sich die Kärntner Seen-Schleife, die in acht Tagesetappen über 420 Kilometer quer durch das Bundesland führt, gut die Hälfte der Strecke führt an Seen oder Flüssen entlang. Wer sein eigenes Rad nicht dabeihat: kein Problem, entlang der Route gibt es rund 50 Radverleiher (Reisepakete unter kaernten.at/seenschleife. Konzerte in der Carinthischen Musikakademie Stift Ossiach: die-cma.at/kategorie/konzert
Auskunft: kaernten.at; austria.info/de-de
Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Kärnten Werbung. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit
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