Noch 150, noch 90, noch 30 Minuten. Warten auf die Achterbahn. Wer Spaß in einem Freizeitpark haben will, braucht viel Geduld oder viel Geld.

Das kennt man bereits aus den USA nur zu gut: In Florida beispielsweise sind Top-Themenparks wie Walt Disney World Resort oder auch Universal Epic Universe so überlaufen, dass sich dort nur noch sehr leidensfähige Familien in der sogenannten Standby-Warteschlange die Füße plattstehen.

Preistreiberei in den Freizeitparks

Die Mehrheit der Besucher hat wohl oder übel zusätzliche Expresspässe reserviert, um wenigstens in der kürzeren Warteschlange nur noch ein gutes Viertelstündchen anstehen zu dürfen. Warten müssen sie alle.

Disney lässt sich seinen neuen zeitsparenden Lightning Lane Single Pass bis zu 449 Dollar pro Tag und Person in der Hochsaison und an Wochenenden kosten; bei Universal ist man für den reservierten Express Pass Unlimited bis zu 319 Dollar los, bevor man überhaupt auch nur einen Fuß in den Park gesetzt hat.

Zeit ist Geld, das gilt unterwegs auch für die beliebtesten Freizeitparks in Deutschland. Gerade wurden zur Freiluftsaison die besten der besten des Jahres in einem Publikums-Voting des Branchenmagazins „Parkscout“ gekürt.

Auf Platz eins: das Phantasialand in Brühl bei Köln für seinen Thrill, auf Platz zwei der Europa-Park im Rheintal zwischen Freiburg und Offenburg als Klassiker und auf Platz drei das Legoland in Günzburg an der Donau für Familien. Was nicht sonderlich überrascht, steht doch das Trio in wechselnden Positionen seit Jahren auf dem Treppchen.

Viel lustiger aber ist, dass ausgerechnet diese Favoriten hierzulande zugleich auch diejenigen mit den statistisch längsten Wartezeiten hierzulande sind, was in dem Ranking natürlich nicht berücksichtigt wurde.

Denn auf Queue-times.com oder auch auf der Freizeitpark-Wartezeiten-App kann man das ganz wunderbar nachlesen: bis zu 28 Minuten Herumstehen pro Achterbahn im Phantasialand und im Europa-Park, bis zu 33 Minuten im Legoland. Das sind Spitzenwerte.

Je länger die Warteschlange, desto teurer

Deshalb basteln die deutschen Freizeitparks wie in den USA ständig an Schnellläufer-Ideen. So hat das Phantasialand zur Entrüstung vieler Besucher seinen Quick Pass für weniger Warterei umgestellt – der gilt nur pro Fahrt und richtet sich nun nach der aktuellen Wartezeit.

Das bedeutet: Je länger die Schlange, desto teurer wird es (5 bis 12 Euro pro Fahrt extra). Da kommt also für Vielfahrer einiges zusammen!

Zusätzlich gibt es den neuen Quick Pass Ultimate, der für (fast) alle Attraktionen gilt. Der kostet dann gleich mal 80 Euro pro Tag. Auch das Legoland hat sogleich nachgezogen mit dem ähnlichen „Gold Fastrack“. Der ist mit 89 Euro pro Tag und Person tatsächlich ungefähr ein Gramm 585er-Gold wert.

Feste Zeitfenster nicht versäumen

Umständlicher wird es im Europa-Park. Da gibt es feste Slots wie in der Fliegerei. In der parkeigenen App „Virtualline“ wird das nächste frei werdende Zeitfenster für eine Attraktion reserviert. Das ist immerhin gratis.

In der Theorie klingt das gut: Man kann in der Wartezeit etwas anderes unternehmen, zum Beispiel essen gehen. Doch in der Praxis sieht das dann leider so aus, dass man ständig die Uhrzeit checkt, das Essen herunterschlingt und die Familie antreibt, um ja nicht den Slot zu verpassen.

Aber so ein Looping im Katapult-Coaster, kopfüber mit vollem Bauch, kann auch mal übel ausgehen. Dann doch lieber warten. 

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