Freiheit zu stabilen Preisen – Die vielen Vorteile des Interrail
Quer durch Europa fahren, von Norwegen nach Sizilien oder von Athen bis Porto – und das alles fast für lau: Das war die Verheißung von Interrail, mit dem früher Zigtausende Jugendliche den Kontinent erkundet haben. Eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen wieder aufgelebt ist.
Wobei es längst nicht mehr nur die Jungen sind, die so auf Achse beziehungsweise auf der Schiene sind, zunehmend begeben sich Erwachsene, darunter allerlei Grau- und Weißhaarige, mit einem Interrail-Pass auf den Weg.
Eher nicht, um Kilometer zu machen und ein Maximum an Städten, Ländern und Landschaften abzuklappern oder um Leute kennenzulernen und sich per Couchsurfing bei ihnen einzunisten. Nein, heute geht es fortgeschrittenen Bahnreisenden – inklusive solchen fortgeschrittenen Alters – eher um eine Alternative zum Fliegen: eine sanfte, klimafreundliche Art zu reisen, ohne Gepäckbeschränkungen, ohne lästige Sicherheitskontrollen, ohne starre Reisedaten, ohne drohende Flugausfälle wegen Drohnen oder Kerosin-Engpass.
Es fühlt sich ein bisschen an wie das Deutschlandticket oder die Bahncard 100, die einem maximale Bewegungsfreiheit innerhalb der Landesgrenzen garantieren. Das europaweite Flatrate-Reisen eröffnet viel mehr Perspektiven, unterliegt allerdings einigen Einschränkungen.
Je nach Pass können Erwachsene ab vier Tagen innerhalb eines Monats für 283 Euro bis zu drei Monate am Stück (956 Euro) unterwegs sein. Die Strecken wählt man per App aus, kann also noch wenige Minuten vor Abfahrt des Zuges die entsprechende Fahrkarte generieren und – wenn nötig – Sitzplätze dazubuchen.
In Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist das eine Option, in französischen Zügen oder spanischen Hochgeschwindigkeitszügen Pflicht. Trotzdem garantiert einem das Modell viel Flexibilität und das Gefühl von Freiheit – bei gleichbleibendem Preis.
Zunehmend begeben sich auch Erwachsene gehobenen Alterns mit einem Interrail-Pass auf den WegNatürlich kommt jetzt der Einwand: Was ist mit den berühmt-berüchtigten Verspätungen bei der Bahn? Klar nerven die, aber sie sind keineswegs auf Deutschland beschränkt, und auch die Luftfahrt ist alles andere als pünktlich. Ja, man kann auf dem Weg nach Spanien auch mal in Lyon stranden, weil ein Zug unvorhergesehen gestrichen wird oder so viel Verspätung hat, dass der Anschluss weg ist.
Und sich ordentlich darüber ärgern, dass man sein Reiseziel nicht wie geplant erreicht, plötzlich irgendwo übernachten muss, einen Urlaubstag verliert und obendrein zusätzliches Geld loswird. Aber dann macht man die Bekanntschaft von anderen Leidensgenossen, entdeckt ein supernettes Restaurant, das köstliches Boeuf Bourguignon serviert, und verliebt sich bestenfalls noch in die Altstadt an der Rhône.
Die Flexibilität, die einem ein Interrail-Pass gewährt, etwa eine Reise um ein, zwei Tage zu verlängern oder zu verkürzen, weil das Wetter umschlägt, muss man eben auch selbst mitbringen. Für Menschen, die nur drei Tage Zeit haben, um irgendwelche Hotspots auf Mallorca, in Riga oder Rom abzuhaken, ist das nichts.
Aber alle, die wissen wollen, wie sich echtes Reisen anfühlt, sollten mal darüber nachdenken, sich auf so ein Schienenabenteuer einzulassen. Dass man dabei noch jede Menge CO₂ einspart, kommt als weiterer Pluspunkt hinzu.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke