Whale Watching – Zu den Schweinswalen nach Wilhelmshaven
Jedes Frühjahr wird Wilhelmshaven zu einem Hotspot für Walbeobachter, denn dann stehen die Chancen gut, dort Deutschlands einzige heimische Walart zu sehen: Schweinswale. Schon zum zehnten Mal finden dort die Schweinswal-Tage statt, die in diesem Jahr noch bis 3. Mai gehen. Besucher bekommen dort Angebote und Tipps zum Whale-Watching. Wichtige Fragen und ihre Antworten:
Warum sind Schweinswale jetzt vor Ort?
Das liege an der geografischen Lage der Stadt und dem Verhalten der Wale, sagt Juliana Köhler, Geschäftsführerin des Wattenmeer-Besucherzentrums, das die Schweinswal-Tage mitveranstaltet: „Die Schweinswale folgen ihrer Nahrung“.
Das seien hauptsächlich Stinte, die jetzt im Frühjahr aus der tiefen Nordsee ins Wattenmeer bis in den Jadebusen kämen – und die Schweinswale folgten ihnen quasi. Das sei ein deutschlandweit einzigartiges Naturschauspiel, sagt Köhler.
Wo ist der beste Beobachtungs-Spot?
„Das Besondere ist, dass man die Schweinswale hier von Land aus sehen kann“, sagt Köhler. Das geht zum Beispiel vom Wilhelmshavener Südstrand aus oder von der Dachterrasse des Wattenmeer-Besucherzentrums.
Denn parallel zur Südstrandpromenade verlaufe auch ein Priel, also eine tiefere Wasserrinne, in der sich Fische und Schweinswale tummelten. Bequemer geht es also kaum, man muss noch nicht einmal in ein Boot steigen. Kann aber.
Gewöhnlicher Schweinswal, auch Kleiner Tümmler genannt – hier in einem Aquarium in den NiederlandenDenn zu den Schweinswal-Tagen werden extra Schiffsfahrten auf dem Jadebusen angeboten. Täglich gibt es Exkursionen mit dem Fahrgastschiff „Harle Kurier“. Außerdem können Neugierige mit einem sogenannten Helgoländer Börteboot den Meeressäugern näher kommen.
Wie stehen die Chancen auf Sichtung?
Die Aussichten sind grundsätzlich gut. Die ersten Tiere sind im Jadebusen gesichtet worden. Aber eine Garantie, die Tiere zu entdecken, gibt es nicht. Es seien nun mal Wildtiere, sagt die Expertin. „Wir hoffen auf ruhige See und gutes Wetter, dann sieht man die Schweinswale auch.“
Was ist bei der Beobachtung wichtig?
Schweinswal-Watching gilt laut Köhler als „Königsklasse“ bei Walbeobachtungen – denn: Wegen ihrer vergleichsweise kleinen Größe – Schweinswale gehören zu den kleinsten Walarten – sind die Meeressäuger nicht so leicht im Wasser zu erkennen.
Am besten sei es, erst einmal die Augen über die Wasseroberfläche schweifen zu lassen. Kameras oder Handys helfen da wenig. Stattdessen rät Köhler zum Fernglas, sobald ein Schweinswal gesichtet ist.
Sowohl an Bord der Schiffe als auch am Südstrand gibt es ehrenamtliche Helfer und Walexperten, etwa des Besucherzentrums, der Nationalparkverwaltung und des Vereins JadeWale, die Tipps geben.
Anders als etwa Seehunde, die bis zu 30 Minuten unter Wasser tauchen, kommen Schweinswale alle paar Minuten zum Atmen an die Wasseroberfläche. Dann taucht meist ihre dreieckige Rückenflosse auf.
Alle helfenden Whalewatcher sind untereinander vernetzt und geben Sichtungen von Schweinswalen an die Gäste weiter. An der Südstrandpromenade gibt es zudem Infostände. Walrufer machen wie jedes Jahr auf die Meeressäuger aufmerksam.
Wie groß sind Schweinswale eigentlich?
Schweinswale können nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung bis zu 180 Zentimeter lang und bis zu 20 Jahre alt werden. In der Regel werden die Tiere aber nur fünf bis neun Jahre alt werden.
Was steht noch auf dem Programm?
Zum Programm der Schweinswal-Tage gehören auch Vorträge, Filme und Führungen durch die Walausstellung im Wattenmeer Besucherzentrum. Auch eine „Wal-Olympiade“ ist dieses Jahr an den Wochenenden geplant. „Da geht es um interaktive Mitmach-Aktionen für Familien und Kinder“, sagt Köhler.
Alle Angebote drehen sich um das Leben und den Schutz der Schweinswale, von denen es in der deutschen Nordsee nach Angaben der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer schätzungsweise 20.000 bis 40.000 Tiere gibt. In der deutschen Roten Liste wird der Schweinswal, der auch Kleiner Tümmler genannt wird, als stark gefährdete Art eingestuft.
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