Das kennen Thailand-Reisende seit Jahren nur zu gut. Das beliebte Reiseland hat das duale Preissystem touristisch perfektioniert. Fast überall wird zwischen Einheimischen und Ausländern unterschieden, wenn es um Geld und damit Gewinn geht.

Ob in Bangkok, Phuket oder Koh Samui: Wer nach Touri aussieht oder sich so benimmt, zahlt unterwegs mehr als andere, oft das Zehnfache. Westliche internationale Besucher, üblicherweise als Farang bezeichnet, löhnen in den Nationalparks, Museen oder auch im Königspalast in Bangkok mehr, als andere.

Teures Thailand

Aber auch beim Einkaufen, auf Märkten, im Roller-Taxi, in Restaurants und Bars und in Hotels. Der spöttische Begriff „Farang-Steuer“ für das duale Preissystem ist inzwischen in Thailand ein geflügeltes Wort: Wer nicht thailändisch aussieht, zahlt eben mehr. Eine Sehenswürdigkeit, zwei Preise. Der Pass macht den Unterschied an der Kasse.

Damit nicht genug: Ab Mitte 2026 zahlen internationale Touristen eine Eintrittsgebühr: Ausländische Fluggäste, die sich länger als 24 Stunden in Thailand aufhalten, müssen dann 300 Baht (etwa 8,15 Euro) pro Person bei der Einreise zahlen.

Viele Urlauber halten solch eine Differenzierung grundsätzlich in Schwellenländern für völlig legitim und gerechtfertigt. Nach dem Motto: Wer viel hat, gibt viel. So zahlen internationale Reisende bereits einen gepfefferten Aufschlag beispielsweise für das Tadsch Mahal in Indien, für Machu Picchu in Peru, für die Pyramiden von Giseh in Ägypten oder auch für Safaris in Kenia.

Trend: Aufpreis für Ausländer

Doch nun haben auch Industrienationen wie die USA, Japan, Frankreich und Neuseeland, von denen man eigentlich annehmen sollte, dass sie sich ein bisschen Kultur für jedermann leisten können, den lukrativen Aufpreis für Ausländer entdeckt.

In den USA zahlen seit Anfang 2026 internationale Besucher eine happige Extra-Gebühr, wenn sie einen der elf beliebtesten Nationalparks des Landes besuchen wollen, darunter insbesondere der Grand Canyon, die Everglades, der Yosemite und der Yellowstone National Park. 100 US-Dollar Aufschlag sind pro Kopf ab 16 Jahren fällig, und das zusätzlich zum normalen Eintrittspreis von etwa 20 Dollar. Das summiert sich!

Wer alternativ den Jahrespass für mehrere US-Nationalparks kauft, weil er mehrere Wochen unterwegs ist, der zahlt statt regulär 80 nunmehr 250 Dollar pro Auto mit vier Personen. Begründet wird dies damit, dass sich ausländische Besucher stärker an der Finanzierung der Naturschönheiten beteiligen sollen.

Japan: Duale Preise erlaubt

Auch Japan setzt auf unterschiedliche Eintrittspreise für in- und ausländische Gäste, etwa im Themenpark Junglia auf Okinawa oder im Tempel Nanzoin in der Präfektur Fukuoka. Für eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes, die Burg Himeji, zahlen ab März 2026  ausländische Besucher einen Aufschlag. Auch alle staatlichen Museen dürfen künftig preislich zwischen japanischen und ausländischen Gästen unterscheiden. 

Frankreichs Sonderweg

Unser Nachbarland Frankreich wäre gern denselben Weg gegangen wie die USA, Thailand oder Japan, als EU-Mitglied ist das rechtlich aber deutlich komplizierter. Seit Mitte Januar 2026 müssen nur Bürger von Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums – der die EU, Island, Liechtenstein, Norwegen umfasst – bis zu 45 Prozent mehr Eintritt zahlen.

Das gilt für den Louvre, die Nationaloper und die Sainte-Chapelle in Paris, aber auch für Versailles und das prächtige Loire-Schloss Chambord. Weitere Museen und Sehenswürdigkeiten dürften folgen.

Da müssen sich Urlauber weltweit darauf einstellen, dass zunehmend die Nationalität den Preis bestimmt.  Und tatsächlich: Neuseeland zieht nach und plant ab 2027 eine Extra-Gebühr für Top-Sehenswürdigkeiten wie den Milford Sound, Mount Cook und Cathedral Cove – und die gilt auch nur für ausländische Besucher.

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