Weil die US-Grenzschutzbehörde die Einreiseregeln für Touristen drastisch verschärfen will, sind viele Menschen verunsichert. Noch aber bleibt alles beim Alten.

Die Pläne sind radikal – und sorgen derzeit für große Verunsicherung bei Reisenden und Anbietern. Wer als Tourist in die USA einreisen möchte, soll bald viel mehr von sich preisgeben müssen als bisher – etwa Informationen zu eigenen Social-Media-Konten der vergangenen fünf Jahre, dazu Telefonnummern aus demselben Zeitraum, berufliche und private E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre sowie Daten von Familienangehörigen wie Wohnorte und Telefonnummern. 

So jedenfalls will es die US-Grenzschutzbehörde, die vor zwei Monaten schärfere Regeln für die visumfreie Einreise von Touristen im US-Bundesregister vorgeschlagen hat. Die Pläne sind Teil der strikteren Migrations- und Sicherheitspolitik von US-Präsident Donald Trump. Wie sie allerdings im Detail ausgestaltet und in der Praxis umgesetzt werden sollen, geht aus den Vorschlägen der Behörde nicht hervor. 

Betroffen wären Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, darunter Deutschland, die mit dem elektronischen Antrag Esta in die USA kommen wollen. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen. Wer ihn genehmigt bekommt, kann mit elektronischem Reisepass, aber ohne Visum in die USA einreisen und bis zu 90 Tage am Stück bleiben. Die Esta-Genehmigung gilt für zwei Jahre, in dieser Zeit sind mehrfache Besuche möglich. 

Noch bleiben die Einreiseregeln, wie sie sind

Die gute Nachricht: Vorerst ändert sich für Touristen bei der Einreise in die USA nichts, auch wenn gerade eine wichtige Frist endet: Bis zu diesem Montag können Einwände und Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen eingereicht werden. "Ich gehe davon aus, dass die US-Grenzschutzbehörde Tausende solcher Einwände bekommen hat", sagt Tilo Krause-Dünow. "Die Verschärfungen der US-Einreiseregeln für Touristen sind noch lange nicht in trockenen Tüchern."

Krause-Dünow ist Geschäftsführer des Veranstalters Canusa, der sich auf individuelle Reisen nach Nordamerika spezialisiert hat, und Vizepräsident des Visit USA Committee Germany e. V. Der Verein fördert den Tourismus aus Deutschland in die USA, zu seinen mehr als 170 Mitgliedern gehören Airlines, Reiseveranstalter, Mietwagen- oder Wohnmobilvermieter, Hotelketten, Kreuzfahrtgesellschaften und Repräsentanzen von US-Destinationen.

Reisebranche kämpft gegen schärfere Regeln

"Auch wir als Verein haben unsere Einwände massiv vorgebracht", sagt Tilo Krause-Dünow, "das erste Mal vor einem Monat und jetzt erneut in der vergangenen Woche." In den kommenden Wochen und Monaten werde die US-Behörde die Eingaben prüfen und möglicherweise Änderungen vornehmen, bevor schärfere Einreiseregeln für Touristen in Kraft treten könnten. Wann das sein werde und ob es überhaupt so weit kommen werde, sei nicht absehbar. "Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vorschläge in der ursprünglichen Form beschlossen werden", sagt Krause-Dünow.

Die Folgen für Verbraucher und Wirtschaft wären jedenfalls drastisch. Denn schärfere Einreiseregeln für Touristen würden noch mehr Menschen von einem Urlaub in den USA abhalten, als es Trumps kontroverse Außen- und Innenpolitik sowie die Verbrechen der Vollstreckungsbehörde ICE ohnehin schon tun. Der Reisebranche drohen Einnahmeverluste in Milliardenhöhe – hierzulande, aber auch in den USA.

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