Der Januar, mit Blick auf den neuen Jahreskalender und Ferienzeiten, wird von vielen Familien und Cliquen genutzt, um den nächsten Urlaub einzutüten. Man kennt das: Beim Beisammensein zu den vergangenen Festtagen sind sich oft alle schnell einig gewesen, vom Neffen bis zur Cousine, überschwänglich und etwa sentimental: Eine gemeinsame Reise wäre ganz wunderbar, ein Treffen im Ferienhaus vielleicht oder im Hotel.

Doch wohin soll es gehen, und wann genau passt es allen Teilnehmern am besten? Was wäre der größte gemeinsame Nenner, um kompromissbereit allen Wünschen, Präferenzen und Vorschlägen gerecht zu werden? Wie viel darf denn die geplante Sause überhaupt kosten? Sollen es mehrere Hotelzimmer nebeneinander sein, wo man auch mal die Tür schließen kann, oder doch lieber ein Ferienhaus für alle mit Selbstverpflegung?  Und dann wartet noch die alles entscheidende Frage: Wer hat den Hut auf, wer kümmert sich um alles, was es zu organisieren und reservieren gibt?

Meistens ist es die eine: Das kennt man nur zu gut von Abitreffen und Nachbarschaftsgrillen, von Dorffesten und runden Geburtstagen. Ohne die eine, die stets alles bis ins Nanometer-Detail arrangiert und die Fäden in der Hand hält, wären wohl manche gelungenen Feste nie zustande gekommen.  

Eine repräsentative Umfrage von Meininger Hotels unter mehr als 1000 Personen hierzulande zwischen 25 und 50 Jahren zeigt tatsächlich: Auch die Urlaubsplanung ist Frauensache. Zwei Drittel der befragten Frauen (67 Prozent) tragen nach eigenen Angaben die Haupt- oder Alleinverantwortung dafür.

Umfrage: Mentale Organisationslast

Auch wenn die Übernahme der Planung freiwillig und ohne Murren geschieht, wird sie der Umfrage zufolge oft als belastend empfunden. Als eine mentale Organisationslast, die ständig im Kopf mitläuft, auch Mental Load genannt: Die eine muss planen, koordinieren, managen, abstimmen – und dabei auch noch die Ruhe bewahren, falls etwas schiefläuft. 49 Prozent der befragten Frauen empfinden diese Belastung als hoch bis sehr hoch. Wenn Kinder mit von der Partie sind, springt der Wert sogar auf 69 Prozent – fast sieben von zehn Müttern fühlen sich als Urlaubsplanerin also unter Druck.

Was aber genau sorgt für deren größten Stress? Die Antworten sind eindeutig: Die Buchung der für alle passenden Unterkunft steht an erster Stelle (41 Prozent), gefolgt von der Finanzplanung (38 Prozent) sowie der Organisation der Anreise (35 Prozent). Kurioserweise klafft dabei eine Wahrnehmungslücke zwischen den Geschlechtern. Während 40 Prozent der befragten Männer angeben, die Reiseplanung werde fair geteilt, sehen das nur 29 Prozent der Frauen so. Es ist also eine Frage der Sichtweise, wer wie viel Planungsarbeit leistet.

Ein Beispiel für Familienstress skizziert Daniela Blickhan, Diplom-Psychologin und Vorsitzende des Dachverbands für Positive Psychologie: „Eine Mutter kümmert sich um die Buchung, packt für die Kinder, denkt an Reisedokumente, Medikamente oder Snacks für unterwegs und übernimmt auch vor Ort die Tagesplanung. Währenddessen genießen andere einfach die gemeinsame Zeit.“ 

Da wäre es vielleicht einmal eine hübsche Idee, die Rollen beim nächsten Urlaub zu tauschen. Und die Dame des Hauses mit einer bereits perfekt organisierten Reise zu überraschen. 

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