Lässt sich Urlaubsglück tatsächlich so einfach planen wie das Backen eines guten Dresdner Christstollens nach Rezept? Normalerweise gilt Glück als Zufall, ein Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände, so jedenfalls lautet die Definition im Duden.

Natürlich kann man darauf wie auf Godot warten. Oder man kann dem Glück unterwegs auf Reisen vielleicht doch ein wenig auf die Sprünge helfen – mit den richtigen Zutaten.

Soziologen und Neurowissenschaftler beschäftigen sich glücklicherweise weltweit ausgesprochen gern mit den glücksbringenden Faktoren für Urlaubsreisen. In den vergangenen zehn Jahren sind weltweit Hunderte Publikationen, Studien und Doktorarbeiten zu der Thematik erschienen.

Paul Zak, Neurowissenschaftler an der kalifornischen Claremont Graduate University, wies beispielsweise nach, dass Reiseerlebnisse die Produktion von Oxytocin steigern. Das ist das berühmte „Kuschelhormon“ für gute Stimmung. Dass Reisen happy macht, ist also nicht nur eine Floskel.

Auch die Tourismusbranche wird, schon aus reinem Eigeninteresse, nicht müde, mit ständigen Umfragen darauf hinzuweisen, warum und wie eine Urlaubsreise glücklicher macht. Laut der aktuellsten repräsentativen Studie vom Reise-Anbieter G Adventures sind 82 Prozent der Befragten in Deutschland davon überzeugt, dass Reisen ihr langfristiges Glück steigert.

Massenziele meiden

Und was ist demzufolge deren ganz entscheidende Zutat, damit sie happy werden? Wichtig sei, wohin die Reise gehen soll. 84 Prozent der Befragten, also eine überwältigende Mehrheit, achtet demnach darauf, überfüllte Orte zu meiden und bevorzugt lieber weniger besuchte Regionen. Das ist eigentlich eine Zutat, die sich gut vorbereiten lässt wie Hefe, die für den guten Stollen erst einmal gehen muss.

Und wenn schon Massenziel, dann wenigstens außerhalb der Hauptsaison. Also lieber die Balearentour in der Nebensaison, etwa im nächsten Frühling. Statt zur Sommerhitze im Juli oder August. Das schont auch noch die Urlaubskasse.

Wenn man nun die spannendsten Studienergebnisse zusammengeknetet wie einen guten Stollen, müsste eigentlich eine Urlaubsidee entstehen, deren Voraussetzungen für eine beglückende Reise ausgesprochen vielversprechend sind.

Entfernung als Glücksfaktor

Etwa die Frage nach der Glück bringenden Entfernung. Das ist sozusagen die Butter im Original Dresdener Christstollen nach Rezept (niemals Margarine!).

Nach Angaben einer neuen Urlaubs-Studie der Washington State University reichen dafür schon gerade mal 125 Kilometer. Wer mindestens so weit weg in den Urlaub fährt, ist demnach bereits sieben Prozent glücklicher als all diejenigen, die selten oder gar nicht verreisen.

Also reicht schon ein spontaner Tapetenwechsel im 125-Kilometer-Radius vom Heimatort für ein kleines Urlaubsglück zwischendurch. Da schaffen es die Münchner locker in die Berge, die Westfalen fahren in die Niederlande, Hamburger an Nord- und Ostsee, Schwaben an den Bodensee, für Kasseler geht es in den Harz, und Berliner reisen nach Polen.

Wie viele Tage?

Noch präziser wird es bei einer Umfrage vom britischen Reise-Anbieter easyJet Holidays nach dem aussichtsreichsten Glücksurlaub. Er ist genau elf Tage lang, bietet Entspannung und Erholung, gute Gesellschaft und neue Erfahrungen.

Ideal seien dabei übrigens 4,8 Stunden Sonnenschein pro Urlaubstag, 6,1 Stunden Schlaf und 2,2 Stunden körperliche Aktivität. Und: Urlaubsglück lässt sich mit Gesellschaft potenzieren, eine optimale Mischung sind 70 Prozent gemeinsam verbrachte Zeit und 30 Prozent Zeit für sich selbst.

Den Stollen isst man ja gern in Gesellschaft. Das klingt doch nach einem vielversprechenden Glücksrezept!

Und welche Accessoires am Urlaubsort gelten als glückversprechend? Ein Pool wäre schon schön, und das mit Liege, am besten in der ersten Reihe, so jedenfalls ergab eine Umfrage vom Anbieter Urlaubsguru.

Was auch erklärt, warum die Reservierung von Liegen mit Handtüchern in aller Herrgottsfrühe so beliebt ist. Um dem Glück nachzuhelfen wie die Zubereitung eines gelungenen Stollens, um ihn mit Freunden zu genießen.

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