Die bayerische CSU-Politikerin Ilse Aigner soll als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier für das Amt des Bundespräsidenten nominiert werden. Wie der „Spiegel“ und „Bild“ übereinstimmend aus CDU-Kreisen erfuhr, wird die Union Aigner als Kandidatin für das höchste Staatsamt vorschlagen.

Die Entscheidung sei gefallen, heißt es unter Berufung auf CDU-Kreise. Offiziell soll sie eigentlich erst am Montag verkündet werden. Die derzeitige bayerische Landtagspräsidentin würde damit Deutschlands erstes weibliches Staatsoberhaupt – nach zwölf Männern. Und das erste mit CSU-Parteibuch. Der Niederbayer Roman Herzog war bei der CDU.

Hohe Zustimmungswerte auch bei SPD und Grünen

Wegen hoher parteiübergreifender Zustimmungswerte dürfte ihr eine breite Mehrheit in der Bundesversammlung am 30. Januar sicher sein. Zuletzt sprachen sich auch führende Sozialdemokraten und Grünen-Politiker für die Oberbayerin aus. Eine Gegenkandidatur mit Siegchancen erscheint unter diesen Umständen ausgeschlossen.

Ich finde sie gut“, sagte der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) dem „Stern„ nach Angaben vom Mittwoch. „Sie hat das Zeug zur Bundespräsidentin.“

„Aus der Erfahrung und auch aus der über 20-jährigen Zusammenarbeit weiß ich, dass sie so tickt wie jemand, den Deutschland jetzt gerade braucht“, sagte Voigt zu Aigner dem Magazin. Aigner sei eine Frau, „die das Land verbinden kann, die nah dran ist, die aber vor allen Dingen sich auch selber hochgearbeitet hat“. Dies sei „eine Erzählung, die kann es ganz gut gebrauchen im Land.“

Schulze unterstützt Aigner als Bundespräsidentin

Der geschäftsführende Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Sven Schulze (CDU), unterstützt ebenfalls Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. „Ilse Aigner wäre eine sehr gute Kandidatin für das Bundespräsidialamt“, sagte Schulze dem „Focus“

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, er wünsche sich, dass Aigner am Montag gemeinsame Kandidatin der Union werde. Baden-Württembergs CDU-Landeschef Manuel Hagel äußert sich ähnlich. „Ilse Aigner hat meine volle Unterstützung als gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin“, sagte Hagel der Deutschen Presse-Agentur. „Ihr Ansehen reicht weit über die eigenen Reihen hinaus. Sie verbindet Klarheit mit Herzlichkeit. Immer auf Augenhöhe, immer empathisch.“

Aigner selbst sprach sich dafür aus, die Grünen bei der Wahl in der Bundesversammlung stärker einzubinden. „Ich fände es charmant, wenn man die Grünen mit ins Boot holen könnte“, sagte sie dem Magazin „Zeit“.

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