Die Hamburger Linksfraktion setzt sich für ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern an Privatpersonen ein. Unter dem Motto „BöllerCiao“ werde sie in der nächsten Bürgerschaftssitzung beantragen, dass sich der Senat auf Bundesebene für ein solches Verbot einsetzt, teilte die Fraktion mit. Bis zum Eintritt eines Verkaufsverbots solle der Senat die in Hamburg geltenden Verbotszonen deutlich ausdehnen.

„Ein paar Minuten Knallspaß stehen in keinem Verhältnis zu Tausenden Verletzten, der enormen Feinstaubbelastung und all den Tieren in Todesangst“, erklärte Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland lehne „die jährliche Pulverisierung von zuletzt knapp 200 Millionen Euro“ inzwischen ab.

Drohnenshows als Alternative

Auch während des Jahres werde immer öfter illegal geböllert, „zwei verletzte Kinder gerade in dieser Woche in Neuallermöhe bestätigen diesen gefährlichen Trend“, sagte Jersch. Hamburg könne mit klaren Regeln und Alternativen wie Drohnenshows etwas für Menschen, Tiere und Umwelt leisten. In Hamburg regiert eine Koalition aus SPD und Grünen.

Die Forderung ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr stellte die Linke einen entsprechenden Antrag im Bundestag zum Jahreswechsel 2026/27. Gemeint ist nur das private Zünden von Knallern und Raketen. Professionelles Feuerwerk wäre weiter möglich.

Bevölkerung laut Umfragen für Böllerverbot

In Umfragen findet das Anliegen angeblich Rückhalt. So sagten im vergangenen Jahr 63 Prozent der Teilnehmer einer YouGov-Umfrage, sie feierten Silvester ganz ohne Feuerwerk. Nur fünf Prozent wollen bestimmt böllern, acht Prozent wahrscheinlich.

In Berlin, Deutschlands größter Großstadt, sprachen sich in einer Infratest-Umfrage für den rbb zudem 75 Prozent für ein Verbot von privatem Feuerwerk aus. Nur 21 Prozent wandten sich dagegen. Die Voraussetzungen schaffen müsste der Bund. Mehr als drei Millionen Menschen hatten im Januar zudem eine Petition der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin für ein bundesweites Böllerverbot an Silvester unterschrieben.

Der Antrag der Linken scheiterte im Bundestag, nachdem der Innenausschuss empfahl, ihn abzulehnen. Dafür stimmten die Fraktionen von CDU/CSU, SPD und AfD, die Grünen und die Linke dagegen.

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