Russland steht nach Angaben von Präsident Wladimir Putin in engem Austausch mit dem Tech-Milliardär Elon Musk. Außerdem äußerte er sich am Mittwochabend bei einem Rundgang durch eine Ausstellung am Rande des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau lobend über Musk.

„Elon Musk ist ein Genie, wirklich ein Genie“, sagte Putin über ihn. „Wie viele Einheiten hat er im All? Mehr als 5000. Und wir machen gerade erst unsere ersten Schritte.“ Er ergänzte: „Wir stehen in engem Austausch mit unseren amerikanischen Partnern, einschließlich Herrn Musk, denn es ist entscheidend, dass man sich im All nicht gegenseitig in die Quere kommt.“ Musk ist Gründer und Chef des Raumfahrtkonzerns SpaceX.

SpaceX betreibt das Satellitennetz Starlink und dominiert mit seinen wiederverwendbaren Raketen den Raumfahrtmarkt. Russland strebt seit Langem nach einem eigenen satellitengestützten Internet für zivile und militärische Zwecke.

Kiew beklagt Drosselung von Starlink

Putin äußerte sich inmitten von Unstimmigkeiten zwischen der Ukraine und den USA über den Zugang Kiews zu Starlink und dessen militärischem Ableger Starshield. Die militärische Version bildet das Rückgrat der ukrainischen Drohneneinsätze und der militärischen Kommunikation.

Die Ukraine hatte im Oktober eine Drosselung beider Dienste beklagt. Nach ukrainischen Angaben erschwerten die Ausfälle die Logistik an der Front und die Abwehr russischer Drohnen. Musk sowie US-Präsident Donald Trump bestritten, dafür verantwortlich zu sein.

Musk warf der Ukraine später auf seiner Plattform X vor, sie habe Starlink „für offensive Drohnenangriffe eingesetzt, um Menschen zu töten“, und damit gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. Serhij Beskrestnow, ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wies das zurück. Er bezog sich dabei auf die seit Langem geltenden Beschränkungen für die zivile Version des Dienstes, die einen Einsatz für Offensivangriffe ausschließen.

Das Verhältnis zwischen Kiew und Washington hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Trump schloss mit Moskau ein Abkommen über die Lieferung von Dieselkraftstoff und setzte geplante Sanktionen gegen Russland aus. Als Selenskyj den Deal kritisierte, forderte Trump seine Ablösung.

Waffenruhe in Oleschky, Gespräche in Abu Dhabi geplant

Die US-Regierung bemüht sich derweil um ein Ende des Krieges. Vergangene Woche traf der US-Sondergesandte Steve Witkoff in Oslo Selenskyj und europäische Vertreter. Anschließend sprach er nach Kreml-Angaben etwa drei Stunden lang mit Putin in St. Petersburg. Witkoff nannte die Gespräche „konstruktiv“, es gebe aber „noch wichtige Arbeit zu erledigen“.

Seit Dienstag gilt rund um die russisch besetzte Frontstadt Oleschky im Gebiet Cherson eine örtlich begrenzte Waffenruhe. Sie soll Hilfslieferungen und Evakuierungen ermöglichen. Nach Darstellung der US-Regierung vermittelte First Lady Melania Trump die Feuerpause. Laut Kreml könnte die Operation, wenn sie gelingt, Vorbild für andere Frontabschnitte sein.

Für die erste Novemberhälfte hat der Kreml direkte Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern unter US-Vermittlung in Abu Dhabi angekündigt. Selenskyj bestätigte die Pläne. Zuletzt hatten die drei Seiten im Februar ohne Fortschritte verhandelt.

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