Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich hat Premierminister Sébastien Lecornu begrenzte Ausgangssperren angeordnet. Lecornu erklärte am Montag, er habe die Präfekten angewiesen, in den Städten „sehr begrenzte“ und „lokale“ Ausgangsbeschränkungen zu verhängen, um weitere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern.

Nach einer Krisensitzung mit ranghohen Regierungsvertretern verteidigte Lecornu das Vorgehen der Polizei gegenüber gewalttätigen Gruppen. „Am Samstag gab es trotz schwerer Gewaltszenen und umfangreicher Sachschäden keine Todesopfer, und das ist ein Wunder“.

Derweil hat die EU die Ausschreitungen vom Wochenende scharf kritisiert. „Brandstiftung, Plünderungen und Angriffe auf Menschen oder öffentliche Gebäude sind unannehmbar“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Zugleich betonte er, dass das Grundrecht auf friedlichen Protest „geschützt werden“ müsse.

„Wir unterstützen die Bemühungen der französischen Behörden, Menschen, Eigentum und öffentliche Einrichtungen unter voller Achtung der Grundrechte zu schützen“, verdeutlichte der Sprecher.

Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Hunderte Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen. Landesweit wurden mindestens 2331 Menschen festgenommen.

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