Das US-Militär hat einem Medienbericht zufolge für ‌den Fall ​neuer Kämpfe ‌im Iran-Krieg Angriffspläne gegen Energie- ​und Atomanlagen der Islamischen Republik vorbereitet, die auch den Einsatz ​seiner schwersten konventionellen Bombe vorsehen. Dies berichtet der Sender CNN unter ​Berufung auf mit dem Vorgang vertraute US-Vertreter.

Sollte ‌US-Präsident Donald Trump entsprechende Angriffe anordnen, könnte demnach die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb – auch bekannt als „Mutter aller Bomben“ – abgeworfen werden. Der Einsatz der größten nichtatomaren ⁠Waffe im US-Arsenal würde eine erhebliche Eskalation des Konflikts ‌bedeuten.

Den Insidern zufolge gibt es in Militärkreisen jedoch ‌Zweifel, ob sich die strategischen Ziele mit ‌der Bombe ⁠tatsächlich ⁠erreichen lassen. Der etwa zehn Tonnen schwere ‌Sprengsatz wurde im ​Jahr 2003 erstmals getestet. Erstmals eingesetzt haben die US-Streitkräfte ​die ​Bombe im April 2017 im Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS ⁠in Afghanistan. Ziel war damals ein Tunnelsystem der Extremisten.

Widersprüchliche Berichte in israelischen Medien

Zuletzt war die Sorge vor einer erneuten Eskalation im Iran-Krieg gestiegen. Trump dementierte vergangenen Donnerstag, den Iran vor den Kongresswahlen Anfang November angreifen zu wollen. Die US-Regierung führe „konstruktive Gespräche“ mit Teheran, hieß es. Die iranische Führung misstraut Trump hingegen und verweist auch auf Angriffe, als mit den USA verhandelt wurde.

Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sollen vergangene Woche über eine mögliche neue großangelegte Militärkampagne gegen den Iran gesprochen haben, wie das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete. In israelischen Medien gab es unterdessen widersprüchliche Darstellungen über die Absprachen der beiden Verbündeten. Einem Bericht zufolge soll Washington Israel zu einem Alleingang gegen den Iran gedrängt haben. Der Sender N12 berichtete hingegen, US-Vertreter hätten den Eindruck gewonnen, dass Netanjahu selbst Trump zu neuen Angriffen bewegen wollte.

Netanjahu sagte dem Armeesender dagegen, eine militärische Konfrontation käme Israel zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungelegen. Er warnte Teheran gleichzeitig davor, Israel anzugreifen. In dem Fall drohe dem Iran eine „unvorstellbare Reaktion“, sagte er dem Sender.

Ende Februar hatten die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Der Konflikt ist bis heute ungelöst, die Verhandlungen stecken seit Monaten in der Sackgasse. Eigentlich hatten sich Teheran und Washington im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für eine dauerhafte diplomatische Lösung ebnen sollte. Im Mittelpunkt des Konflikts stand zuletzt vor allem die Straße von Hormus.

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