Agenten durchsuchen Haus von prominenter Trump-Kritikerin Ilhan Omar
Über die Durchsuchung am Montagmorgen berichtete „Fox News“ unter Berufung auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Der Einsatz gegen 6 Uhr Ortszeit: Mehrere Beamte von Homeland Security Investigations (HSI) waren vor dem Haus der Demokratin aus Minnesota zu sehen. Die Ermittlungsbehörde gehört zum Heimatschutzministerium.
Das US-Justizministerium bestätigte eine Durchsuchung, ohne Omar namentlich zu nennen. HSI habe im Raum Washington „einen richterlich genehmigten Durchsuchungsbeschluss vollstreckt“, wie ein Sprecher des Justizministeriums mitteilte. Die Maßnahme sei Teil laufender Bundesermittlungen. Später ergänzte das Ministerium, die Ermittlungen seien strafrechtlicher Natur. Omars Büro ließ Medienanfragen zunächst unbeantwortet.
Washington: Beamte der Behörde „Homeland Security Investigations“ (HSI) im Einsatz vor dem Wohnhaus der US-Abgeordneten Ilhan Omar (D-MN)Der Zeitpunkt der Durchsuchung ist signifikant: Sie fand drei Wochen vor der Kongresswahl statt, bei der Omar in ihrem Wahlkreis in Minnesota wiedergewählt werden will. Im Justizministerium ist es gängige Praxis, kurz vor Wahlen bei Maßnahmen besonders vorsichtig zu sein, die den Anschein erwecken könnten, einem Kandidaten zu helfen oder zu schaden. Verboten ist es dem Ministerium jedoch nicht, kurz vor Wahlen tätig zu werden.
HSI ist die Ermittlungsbehörde des US-Ministeriums für Innere Sicherheit (DHS) sowie ein zentraler Bestandteil der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE). Ihr Schwerpunkt liegt auf grenzüberschreitenden kriminellen Aktivitäten wie Menschenhandel, Cyberkriminalität, Finanzbetrug und Drogenschmuggel und nicht auf Abschiebungsmaßnahmen.
Ermittlungen zu Omars Einwanderungsunterlagen
Worum es genau geht, ist offiziell nicht bestätigt. Zwei Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen teilten „ABC News“ jedoch mit, es gehe um Betrugsverdacht im Zusammenhang mit Omars Einwanderungsunterlagen. Diese habe ihr inzwischen verstorbener Vater ausgefüllt, als sie ein Kind war. Anderen Medienberichten zufolge sei die Art der Ermittlungen zunächst unklar.
Heimatschutzminister Markwayne Mullin hatte im September gesagt, gegen Omar werde ermittelt. Sie habe „ihren Bruder geheiratet, um ihn in die Vereinigten Staaten zu holen“. Die Behörden prüften ihre frühere Ehe und die Einwanderung ihrer Familie in die USA. „Fox News“ zufolge sprach Mitte September auch der Grenzschutzbeauftragte Tom Homan von „strafrechtlichen“ Ermittlungen gegen Omar.
Omar weist den Vorwurf, ihren Bruder geheiratet zu haben, seit mehr als zehn Jahren zurück. In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ sagte sie Anfang des Jahres, sie sei nie mit ihrem Bruder verheiratet gewesen und habe nie Einwanderungsbetrug begangen. Die fragliche Ehe sei 2009 geschlossen worden. Ob ein möglicher Betrug nach so langer Zeit noch strafrechtlich verfolgt werden kann, ist offen.
Fragen zu Omars Vermögensangaben
Omar steht seit Monaten unter Druck, zuletzt wegen ihrer Vermögensangaben. 2024 gab sie an, ihr Ehemann Tim Mynett besitze Vermögenswerte zwischen sechs und 30 Millionen Dollar. In der Erklärung für 2025 bezifferte sie das gemeinsame Vermögen auf höchstens 125.000 Dollar. Erläuterungen dazu lehnte Omar wiederholt ab.
Mynett ist früherer Politikberater und stand einst auf der Gehaltsliste von Omars Wahlkampagne. Zuletzt war er an mehreren Unternehmen beteiligt, darunter eine Risikokapitalfirma in Washington und ein Weingut im kalifornischen Santa Rosa.
Ilhan Omar wurde 1982 in Mogadischu geboren und kam in den 1990er-Jahren in die USA. 2018 wurde die heute 44-Jährige erstmals ins Repräsentantenhaus gewählt, für einen stark demokratisch geprägten Wahlkreis um Minneapolis. Sie gehört zur sogenannten „Squad“, einer Gruppe progressiver Abgeordneter, die als scharfe Trump-Kritikerinnen gelten. Omar ist seit Langem Ziel von Angriffen von Präsident Donald Trump und Konservativen sowie von Untersuchungen der Republikaner. Ein großer Sozialbetrugsskandal in Minnesota, der stark mit somalischen Einwanderern in Verbindung gebracht wird, hat das zuletzt verstärkt.
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