Erneut schlägt Geschoss am Flughafen in Riad ein – Ministerin Reiche kann nicht wie geplant abreisen
Nach einem Angriff mit zwölf Toten und hunderten Verletzten ist der internationale Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad am Sonntag erneut angegriffen worden.
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die jemenitische Huthi-Miliz erklärte, ein Geschoss sei im Terminal 4 des Flughafens eingeschlagen und habe einen Brand ausgelöst. Die Luftabwehr habe zudem „einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen und zerstört“, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki mit. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Bewohner Riads hatten zuvor zwei starke Explosionen gehört.
Laut Berichten von „Bild“ und der Nachrichtenagentur Reuters haben die Angriffe auch Konsequenzen für Deutschlands Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die sich derzeit auf Konferenzen in Riad befindet. Die für Montag angesetzte Rückreise nach Berlin könne nicht wie geplant stattfinden.
„Die Bundesministerin und ihre Mitarbeiter werden sicher und wohlbehalten zurückkehren“, betonte eine Sprecherin gegenüber Reuters. Die dafür notwendige Logistik werde derzeit zwischen den beteiligten Ministerien und Behörden abgestimmt, alternative Rückreisemöglichkeiten würden geprüft.
Am Samstag waren bei einem Angriff auf den Flughafen von Riad nach saudiarabischen Angaben zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden. Der Flughafen wurde geschlossen, auch am Sonntag blieb der Flugbetrieb ausgesetzt. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte die Huthi-Miliz im Jemen für den Angriff verantwortlich.
Die vom Iran unterstützte Miliz hatte am Sonntag mit weiteren Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien gedroht. Reisende, Beschäftigte und Luftfahrtunternehmen sollten diese nicht nutzen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree.
Saudi-Arabien griff nach Angaben der Huthi-Miliz am Sonntag den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa an – offenbar als direkte Reaktion. Saudische Kampfjets hätten den Airport bombardiert, hieß es seitens der von den Huthi kontrollierten Nachrichtenagentur Saba. Über Opfer oder Schäden wurden keine Angaben gemacht. Von saudischer Seite gab es bislang keine Stellungnahme zu diesen Angaben.
Attacke vom Samstag forderte mindestens zwölf Todesopfer
Unter den mindestens zwölf bisher bekannten Todesopfern der Attacke auf Riad am Samstag waren vier Einheimische, aber auch acht Ausländer. 309 weitere Menschen wurden bei der Attacke am Samstag verletzt, einige von ihnen schwer, teilte die zivile Luftfahrtbehörde am Sonntag mit.
Bei den ausländischen Todesopfern handelte es sich den Angaben zufolge um einen Menschen aus den USA, zwei Menschen aus Bangladesch, einen Palästinenser und jeweils einen Menschen aus Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan. In der Mitteilung war außerdem von „materiellen Schäden“ durch den Angriff die Rede.
Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
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