Habeck nennt Sympathien in Deutschland für autoritäre Regierungen „brandgefährlich“
Grünen-Politiker Robert Habeck hat vor einer Gefährdung der Demokratie in Deutschland gewarnt. „Es gibt offensichtlich in einigen Teilen der Gesellschaft die Verklärung, dass der Westen, die EU und vielleicht die Demokratie das Problem sind und Russland die Lösung. Das ist brandgefährlich“, sagte der frühere Vizekanzler dem „Tagesspiegel“.
Im Hinblick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD jeweils stärkste Kraft geworden ist, sagte er: „Kritik an und meinetwegen Protest gegen politische Verhältnisse sind immer möglich und ja das Wesen der Demokratie. Aber daraus abzuleiten, dass die Demokratie ein minderwertiges System ist oder autoritäre Regierungen – mit den Protagonisten Donald Trump, Elon Musk und Wladimir Putin – die bessere Verheißung darstellen, ist ein absoluter Fehlschluss.“
Von der demokratischen Mitte forderte er eine Kraftanstrengung. Ansonsten drohten „in zehn bis fünfzehn Jahren Verhältnisse wie in Sachsen-Anhalt auch auf der Bundesebene“. Noch sei die Demokratie in Deutschland stabil und habe auch noch genug Substanz, aus den Problemen die richtigen Schlüsse zu ziehen und sich neu aufzustellen, betonte Habeck. Es müsse gelingen, „mehr Vertrauen in die Institutionen und Prinzipien der Demokratie zu schaffen, soziale Probleme zu lösen und mehr Teilhabe zu ermöglichen“.
Von Bundeskanzler Friedrich Merz, der in einem Umfrageloch steckt, erwartet Habeck offenbar keine Trendwende. Danach gefragt, ob Merz der richtige Kanzler für die verunsicherte Umbruchgesellschaft in Deutschland sei, antwortete Habeck: „Friedrich Merz agiert offensichtlich innerhalb seiner Möglichkeiten.“
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