Die SPD-Jugendorganisation Jusos erntet mit ihrer Reaktion auf den Dank des israelischen Staatspräsidenten scharfe Kritik. Dieser hatte sich auf X für den Besuch von Mitgliedern der Organisation in Israel bedankt.

Isaac Herzog veröffentlichte auf X ein Foto mit rund 50 Nachwuchspolitikern von Grünen, CDU, FDP und SPD. Zum Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober würdigte er deren Teilnahme rund um den Gedenktag am 7. Oktober, Jahrestag des Massakers der Hamas. Er ermutige sie, ihren Dialog und ihre Zusammenarbeit mit ihren israelischen Pendants fortzusetzen, um die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland zu stärken.

Die Jusos distanzieren sich von dem Dank und weisen eine Zusammenarbeit zurück. Sie betonen in einem Post bei X, der Bundesvorstand habe sich aktiv gegen eine Beteiligung ausgesprochen. Die Arbeit in der Region bleibe „auf das Willy-Brandt-Zentrum“ fokussiert, einzelne Mitglieder hätten sich privat dazu entschieden, dabei zu sein.

Auf X löste dieser Beitrag scharfe Kritik aus. „Willy Brandt dreht sich im Grab um“, heißt es. Ein weiterer Nutzer schreibt: „Zu betonen, dass man sich aktiv gegen die Teilnahme entschieden hat, ist eine Schande für die Jusos und die gesamte Sozialdemokratie. Als Genosse muss man sich dafür bodenlos schämen.“ Der Junge-Union-Politiker und Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann schreibt: „Am Vorabend des 7. Oktober erklären die Jusos, dass sie bei Israel-Solidarität nicht mitgemeint sein wollen. Peinlich.“

Das Massaker der Terrororganisation Hamas mit rund 1200 Toten und 250 Geiseln an Israelis am 7. Oktober hat einen Krieg in der Region ausgelöst. Seit dem Angriff verteidigt sich Israel an mehreren Fronten. Zwischenzeitliche Waffenruhen wurden immer wieder von neuen Kämpfen abgelöst – mit der Hamas in Gaza, der Hisbollah im Libanon, den Huthis im Jemen, den Mullahs im Iran.

Zusammenarbeit mit Fatah-Jugend

Es ist nicht das erste Mal, dass der Nahostkurs der Jusos für Kontroversen sorgt. Auf ihrem Bundeskongress 2020 bekannten sie sich ausdrücklich zur Zusammenarbeit mit der palästinensischen Fatah-Jugend und entschuldigten sich für Fehler im Umgang mit den Partnern des Willy-Brandt-Centers.

Kritiker warfen dem Verband damals vor, von seinem zuvor deutlich israel-solidarischen Kurs abzurücken. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 beendeten die Jusos die Kooperation mit der Fatah-Jugend, weil diese sich nicht ausreichend von dem Terror distanziert habe.

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