Gerade erst sorgte Cansin Köktürk im Bundestag mit Ausrufen wie „rassistische Scheiße“ für Schlagzeilen. Die Folge: zwei Ordnungsrufe und die erste Geldstrafe in der Bundestagsgeschichte in Höhe von 2000 Euro. Nun legt die Abgeordnete der Linken in den sozialen Medien mit einem neuen verbalen Ausfall nach.

„Hey, einen fröhlichen Sonntag“, wünscht die Bundestagsabgeordnete eingangs freundlich auf Englisch in dem Video, das sie am Samstag mit dem Beschreibungstext „easy“ auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht hat. Zu sehen ist Köktürk, wie sie durch Bochum läuft. Was dann folgt, ist weniger freundlich: „Fickt den genozidalen Apartheidsstaat Israel. Befreit die besetzten Gebiete Palästinas.“

Dann holt die Linken-Politikerin zum Rundumschlag gegen den US-Präsidenten, den israelischen Ministerpräsidenten, und jeden, der anderer Meinung ist, aus. „Fickt die Kriegsverbrecher Bibi Netanjahu und Donald Trump. Fickt die Mainstream-Medien und jeden, der anderer Meinung ist als wir!“

Kökturk kündigt zudem an: „Es heißt ‚Free Palestine’ bis zu unserem letzten Atemzug oder bis Palästina befreit ist, was auch immer zuerst passiert.“ Die Linke-Bundestagsabgeordnete verabschiedet sich mit den Worten „As-salamu alaykum“, was auf Arabisch so viel wie „Friede sei mit dir“ bedeutet und wünscht ihren Followern: „Habt einen tollen Tag!“

Die neuen Entgleisungen folgen nicht einmal einen Monat, nachdem Köktürk im Bundestags-Plenum durch vulgäre Zwischenrufe aufgefallen ist. Anlass war, dass AfD-Politiker René Springer in seiner Rede zur Haushaltsdebatte unter anderem Asylsuchenden vorgeworfen hat, den Sozialstaat zu missbrauchen. Zudem forderte er, dass Bürgergeldempfängern, die mit einem Haftbefehl gesucht würden, das Geld gestrichen werden müsse.

Köktürk ging aus dem Plenum dazwischen: „Das ist rassistische Scheiße!“ Nach einer ersten Ermahnung und weiteren Zwischenrufen erteilte Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) der 33-Jährigen einen ersten Ordnungsruf. Daraufhin rief die Linke-Politikerin in Richtung der Vizepräsidentin: „Jetzt schützen Sie die Faschisten!“ Lindholz erteilte ihr daraufhin einen zweiten Ordnungsruf.

Anschließend warf Köktürk der Bundestagsvizepräsidentin vor, eine „Debattenkultur mit Faschisten“ zu fördern und rief in einer „Gofundme“-Kampagne zu Spenden auf. Das Spendenziel war zuerst bei 16.000 Euro angesetzt, inzwischen wurde es auf 22.000 Euro erhöht (Stand Samstag 21.15: 20.166 Euro).

In dem Aufruf heißt es: „Mein Name ist Cansin Köktürk und Ich wehre mich gegen die Normalisierung rassistischer und menschenfeindlicher Inhalte der AfD im deutschen Parlament. Mich kann niemand mit kapitalistischen Geldstrafenandrohungen einschüchtern oder mundtot machen. Es ist meine Verantwortung als Abgeordnete, aufzustehen. Es reicht.“ Das Geld, so hieß es weiter, werde an die Sea Watch e.V. gespendet und somit in die zivile Seenotrettung im Mittelmeer gehen.

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