Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck, ist am Rande einer Pro-Palästina-Kundgebung in Berlin-Kreuzberg von mehreren Teilnehmern beschimpft und bedrängt worden. Das geht aus einem Video hervor, das der Islamismusexperte Ahmad Mansour am Sonntag auf Instagram veröffentlichte.

Die Aufnahmen zeigen, wie Beck auf der Gneisenaustraße an der Demonstration vorbeigeht. Nachdem eine Teilnehmerin seinen Namen ruft, verfolgen ihn mehrere Menschen, schreien und filmen ihn mit Mobiltelefonen.

Nach Darstellung Mansours beobachteten Polizeibeamte die Situation, griffen jedoch nicht ein. Der frühere Grünen-Politiker habe sich schließlich selbst in Sicherheit bringen können.

Mansour wertete den Vorfall als Ausdruck von Antisemitismus. Und weiter: „Während so manche ‚Intellektuelle‘ und ‚Experten‘ nirgends Judenhass sehen wollen und behaupten, pro-palästinensische Stimmen hätten keine Stimme, sieht die Realität so aus.“ Beck sei „mitten in Berlin auf offener Straße wie im Mittelalter vorgeführt“ worden. „Eingeschüchtert. Beleidigt. Bedroht. Kein Einzelfall. Berliner Alltag.“

Das Video wurde innerhalb von 24 Stunden 1,4 Millionen Mal angeklickt, mehr als 6000 Menschen haben es kommentiert. „Warum wird dieser Hass und diese Aggressivität geduldet?“, fragt eine Nutzerin. „Ich versteh das alles nicht mehr. Wir sind doch in einem modernen Deutschland.“ Ein anderer kommentiert: „Gut, dass Sie das zeigen. So etwas MUSS geteilt werden! Ich bin zutiefst geschockt. Habe mir dieses Ausmaß an Hass nicht vorstellen können.“

Volker Beck, früherer Bundestagsabgeordneter der Grünen, hatte von 2014 bis 2017 den Vorsitz der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages inne. Seit vier Jahren leitet er die Deutsch-Israelische Gesellschaft, einen Verein, der sich für Solidarität mit Israel und dessen Bevölkerung starkmacht.

Am Montag übte er bei WELT TV scharfe Kritik an der Linken, auf deren Neuköllner Wahlparty der Clan-Chef Issa Remmo sowie der Aktivist Ibrahim Ibrahim zugegen war, der als Unterstützer der Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gilt. „Die Linke Neukölln und die Linke Berlin haben sich wählen lassen mit den Stimmen der Antisemiten und sie haben massenhaft Mitglieder aufgenommen, die so ticken, bei denen emotional der Israel-Hass ihre politische Identität konturiert“, beanstandete er.

„Ich bin sicher, die Linke wird jetzt um der Sondierung willen irgendwelche Bauernopfer bringen“, prognostizierte Beck. „Aber das Problem, dass sie im Parteikader Leute haben, die sich mit terroristischen Organisationen verbandeln oder mit deren Sympathisanten verbandeln, das muss doch alle alarmieren.“

Sofern besagte Kader die Senatsverwaltungen übernähmen, könnten sie darüber entscheiden, was mit Informationen passiere und wessen Sicherheitsmaßnahmen heruntergefahren würden. „Es geht um den Kern der Sicherheit in dieser Stadt, Abwehr von Terrorismus“, mahnte er. „Und da habe ich schlichtweg große Angst.“

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